Suche nach dem Doppelmörder: Phantom narrt Polizei

Mehr als eine Woche nach dem Doppelmord in Rosenheim fehlt von dem mutmaßlichen Täter Franz Müller jede Spur. Die Fahnder sind ratlos – und suchen jetzt nach Bekannten des 48-Jährigen
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In der Hochgernstraße in Rosenheim soll Franz Müller (Foto) seine Ex-Frau und ihren gemeinsamen Sohn grausam ermordet haben.
dpa In der Hochgernstraße in Rosenheim soll Franz Müller (Foto) seine Ex-Frau und ihren gemeinsamen Sohn grausam ermordet haben.

Mehr als eine Woche nach dem Doppelmord in Rosenheim fehlt von dem mutmaßlichen Täter Franz Müller jede Spur. Die Fahnder sind ratlos – und suchen jetzt nach Bekannten des 48-Jährigen

MÜNCHEN Er ist Alkoholiker, fährt nur Fahrrad, jeder kennt seinen Namen und ganz Rosenheim ist mit seinem Fahndungsfoto zugepflastert. Und dennoch ist Franz Müller nicht zu fassen.

Seit neun Tagen wird nach dem mutmaßlichen Doppelmörder gefahndet. Erfolglos. Der 48-Jährige bleibt verschwunden. Am 30. August hatten Nachbarn die Leichen von Müllers Ex-Frau Lacramioara M. (†37) und ihres gemeinsamen Sohnes Marcus (†3) entdeckt. Die Frau wurde erschlagen, der Sohn erdrosselt. Laut Polizei soll Müller stets bezweifelt haben, dass er Marcus’ Vater ist. Doch nun habe ein DNA-Test ergeben, dass Marcus „höchstwahrscheinlich“ doch sein Sohn war, erklärt die Polizei.

Bei der Fahndung klammert sich die Soko Hochgern an jeden Strohhalm – und sucht nun Personen, die mit dem mutmaßlichen Mörder bekannt sind. „Die Ermittlungen haben gezeigt, dass er kaum soziale Kontakte hatte“, sagt ein Polizeisprecher. Die wenigen Bekannten sollen die Fahnder nun auf seine Spur führen.

Bislang scheint Müller die Beamten immer wieder genarrt zu haben. Er benutzte bis vor kurzem noch sein altes Handy, soll SMS geschrieben und telefoniert haben. Der letzte Kontakt dieser Art wurde am Freitag vor einer Woche registriert. Doch trotz der Kontakte war es der Polizei nicht möglich, sein Handy zu orten.

Seine Ex-Frau aus erster Ehe glaubt, Müller führe die Polizei ganz bewusst an der Nase herum. Claudia M. erzählte Reportern, Müller lasse sich erst am Real-Supermarkt in der Innenstadt beobachten, um sich anschließend in seiner Wohnung frische Kleidung zu beschaffen. Ein perfides Versteckspiel? Auch die Polizei geht davon aus, dass sich Müller im Kreis Rosenheim aufhält.

Gleichzeitig könne man auch nicht ausschließen, dass sich der Gesuchte umgebracht habe, sagt ein Polizeisprecher. Die Soko wurde erneut von 45 auf 60 Mitarbeiter aufgestockt. rke

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