Stürzten böse Gerüchte diesen CSU-Stadtrat?

Handwerksmeister Bernd Fett (50) warf überraschend das Handtuch – und wehrt sich gegen Alkohol-Vorwürfe aus den eigenen Reihen
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Warf nur zwei Monate nach seiner Wiederwahl nicht ganz freiwillig das Handtuch: CSU-Stadtrat Bernd Fett.
Berny Meyer Warf nur zwei Monate nach seiner Wiederwahl nicht ganz freiwillig das Handtuch: CSU-Stadtrat Bernd Fett.

Handwerksmeister Bernd Fett (50) warf überraschend das Handtuch – und wehrt sich gegen Alkohol-Vorwürfe aus den eigenen Reihen

NÜRNBERG Erdbeben in der Nürnberger CSU! Nur zwei Monate nach seiner Wiederwahl als CSU-Stadtrat warf Bernd Fett (50) das Handtuch. Der Handwerksmeister und Chef eines mittelständischen Unternehmens (100 Mitarbeiter) begründet den für Außenstehende überraschenden Schritt mit seiner hohen beruflichen Belastung. Doch das scheint nur die eine Seite der Medaille zu sein. In Wirklichkeit, so war aus Kreisen der Union zu erfahren, soll es zu einem Eklat gekommen sein. Stürzte der beliebte Kommunalpolitiker über böse Gerüchte?

„Die CSU nimmt die Entscheidung von Herrn Fett mit Respekt zur Kenntnis“, kommentiert Fraktionschef Michael Frieser offiziell den Rückzug seines Parteifreundes. Er und Fraktionsgeschäftsführer Tobias Schmidt sind bemüht, den Vorgang als politische Normalität zu verkaufen. Dabei knallte es auch am Montagabend in der Fraktionssitzung hinter verschlossenen Türen gewaltig.

Fett, so heißt es, sei bereits in der Vergangenheit oft durch Unkonzentriertheit aufgefallen, habe Sitzungen nicht in vollem Umfang folgen können und einen womöglich durch Alkohol ausgelösten sichtlich angeschlagenen Eindruck hinterlassen. Zudem hätten sich etliche seiner Kollegen von seiner barschen Ausdrucksweise brüskiert gefühlt. In der Gerüchteküche wurden diese Argumente allerdings auch noch durch Spekulationen, die deutlich weiter unter die Gürtellinie zielten, angereichert.

Die dauernden Querelen wollte man in der CSU jetzt offensichtlich nicht mehr länger hinnehmen, nachdem Fett schon wiederholt Besserung versprochen habe. „Es musste einfach ein Schlussstrich gezogen werden“, verlautete aus Fraktions-Kreisen. Fett sei deshalb am Montagabend mehr oder weniger stark aus dem Amt gedrängt worden, habe dies letztlich aber akzeptiert.

Der Gescholtene selbst will von etwaigen Alkohol-Ausfällen nichts wissen. Er begründet den Rückzug gegenüber der AZ so: „Meine beruflichen Ambitionen und das Ehrenamt als Stadtrat sind nicht mehr unter einen Hut zu bringen.“

Formal bleibt zunächst einmal alles beim Alten. Nur der Stadtrat kann Bernd Fett von seinem Mandat entbinden. Und die nächste Sitzung findet erst im Juni statt.

H. Reister

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