Studie: Pflegekräfte wünschen bessere Arbeitsbedingungen

München (dpa/lby) - Pflegekräften sind Anerkennung und Entlastung im Arbeitsalltag laut einer Studie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) noch wichtiger als höhere Löhne. Um Personal zu finden, müssten die Arbeitgeber deshalb vor allem die Arbeitsbedingungen verbessern.
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Ein Pfleger eines Pflegeheims schiebt eine Bewohnerin mit einem Rollstuhl. Foto: Tom Weller/dpa/Symbolbild
dpa Ein Pfleger eines Pflegeheims schiebt eine Bewohnerin mit einem Rollstuhl. Foto: Tom Weller/dpa/Symbolbild

München (dpa/lby) - Pflegekräften sind Anerkennung und Entlastung im Arbeitsalltag laut einer Studie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) noch wichtiger als höhere Löhne. Um Personal zu finden, müssten die Arbeitgeber deshalb vor allem die Arbeitsbedingungen verbessern. "Pflegeberufe müssen attraktiver werden", mahnte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Die Personalsituation sei in Bayern besonders angespannt, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Studie. Auf zwei offene Stellen komme nur eine arbeitssuchende Pflegekraft. Das Wifor-Institut hatte für die vbw Stellenanzeigen sowie mehr als 150 000 Nutzerbewertungen eines großen Online-Bewertungsportal ausgewertet. Ein Ergebnis: Die Forderung nach mehr Gehalt werde in der Pflege seltener geäußert als in der Gesamtwirtschaft.

Der Teamgeist unter Kollegen werde gelobt - aber Vorgesetzten werde oft "Unprofessionalität, mangelnde Transparenz und fehlende Wertschätzung" angekreidet. Zwischen den Hierarchieebenen sei die Kommunikation unzureichend. Dazu komme "mangelndes Umwelt- und Sozialbewusstsein". Altersvorsorge und andere Zusatzleistungen der Arbeitgeber seien seltener als in anderen Branchen. Aber klar sei, dass "monetäre Anreize allein nicht ausreichen", um die Pflegebranche attraktiver zu machen.

Der Studie zufolge arbeiteten 2019 in Bayern 243 000 Menschen in der Pflege, davon mehr als 80 Prozent Frauen. Die Hälfte aller Beschäftigten arbeitete in Teilzeit. Ein Fünftel waren Ausländer. Der Engpass an Pflegepersonal werde in Zukunft deutlich spürbarer werden, so die Prognose. Gesucht würden häufig Arbeitskräfte mit mittlerem Schulabschluss. Berufserfahrung werde weit weniger gefordert als in der Gesamtwirtschaft. Aber körperliche und psychische Belastungen und der Schichtdienst seien anstrengend. Die vbw schlägt betriebliches Gesundheitsmanagement, Aus- und Fortbildungen, betriebliche Integration für ausländische Arbeitskräfte sowie digitale Hilfen vor, die mehr Zeit für die Betreuung der Pflegebedürftigen schaffen.

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