Studie im Klinikum zeigt: Wer rastet, der rostet!
69 Senioren (66-92 Jahre) nahmen teil – und berichteten schon währenddessen von Erfolgen...
NÜRNBERG Demografischer Wandel – davon hört man heute fast täglich. Einfach ausgedrückt heißt das nichts anderes, als dass die Deutschen immer älter werden. Was also kann man tun, damit die Senioren so lang wie möglich fit bleiben und sich selbst versorgen können? Das sie langfristig auf fremde Hilfe verzichten, Krankenhaus- oder Heimeinweisungen vermieden werden können?
Antworten auf diese Frage liefert die Studie „F.i.A.T. – Fit im Alter durch professionelles Training“, deren Ergebnis am Donnerstag im Nürnberger Nordklinikum vorgestellt wurden.
69 Senioren (66-92 Jahre), die zur Gruppe der so genannten Vorgebrechlichen gehören, nahmen an der über ein Jahr laufenden Studie teil. Dr.Michael Drey, Assistenzarzt der Geriatrie: „Die Teilnehmer wurden per Losverfahren in drei Gruppen eingeteilt. Dann folgte eine Blutuntersuchung.“ Denn die Wissenschaftler wollten auch herausfinden, welchen Einfluss Vitamin D hat, das nicht nur für die Knochen, sondern auch für die Muskeln wichtig ist.
Weg vom Rollator
„Dabei stellte sich heraus, dass bei 80 Prozent der Studienteilnehmer ein Vitamin D-Mangel bestand“, so Drey. Die Senioren bekamen Tabletten verabreicht, um mit einem optimalen Vitamin D-Spiegel ins Training zu starten. Dann folgten für zwei der drei Gruppen zwölf Wochen Training. Eine Gruppe absolvierte Kraft- (schnelle An-, langsame Entspannung), die andere Schnellkraftraining (schnelle An- und Entspannung). Die dritte Gruppe, die Kontrollgruppe, trainierte überhaupt nicht.
Ob Kraft- oder Schnellkrafttraining – bereits während der Trainingsphase stellten sich erste Erfolge ein. Sportmedizinerin Ellen Freiberger: „Wir hatten einen Teilnehmer, der anfangs nur mit Rollator laufen konnte. Später hat er ihn nicht mehr gebraucht“, erklärt sie. Wieder andere Teilnehmer berichteten dem Team, sie könnten nun endlich wieder alleine in und aus der Wanne steigen oder benötigten das Geländer beim Treppen steigen nicht mehr.
„Es sind Kleinigkeiten“, gibt auch Studienteilnehmerin Gertrud Geuther (88) zu. „Aber: Meine Durchblutung hat sich verbessert und ich habe keine Rückenschmerzen mehr, wenn ich laufe“, freut sie sich. Und nicht nur für ihren Körper sei das Training, das sie zu Hause im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiter betreibt, gut: „Wenn’s mir mies geht, mache ich meine Übungen - und danach bin ich putzmunter“, freut sie sich. K. Esberger
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