Streikbeginn bei Voith: Konzern hält an Werksschließung fest

Die Mitarbeiter des Sonthofener Voith-Werks legen die Arbeit nieder - um ihre Arbeitsplätze zu retten. Doch der Vorstand des Technologiekonzerns rückt nicht von dem Schließungsplan ab.
| dpa
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Ein Schild weist den Weg zum Werk des Technologiekonzerns Voith. Foto: Benjamin Liss/dpa/Archivbild
dpa Ein Schild weist den Weg zum Werk des Technologiekonzerns Voith. Foto: Benjamin Liss/dpa/Archivbild

Sonthofen/Heidenheim (dpa/lby) - Zur Rettung ihrer Arbeitsplätze sind die Mitarbeiter im Sonthofener Werk des Technologiekonzerns Voith in den lang angedrohten unbefristeten Streik getreten. Die Beschäftigten hätten am Vormittag die Arbeit niedergelegt, das Werk stehe still, sagte ein Sprecher der IG Metall am Donnerstag in München. Der Streik ist als letztes Mittel gedacht, um die Unternehmensleitung von dem Plan abzubringen, das Werk Ende des Jahres zu schließen.

Voith produziert in Sonthofen mit etwa 500 Mitarbeitern Spezialgetriebe, das in Heidenheim ansässige Unternehmen hält ungeachtet des Streiks an den Schließungsplänen fest. "Wir sind davon überzeugt, dass die von der IG Metall Allgäu initiierte Arbeitsniederlegung für die Mitarbeiter in Sonthofen zu keinem Ergebnis führen wird", erklärte Mathias Mörtl, Mitglied der Geschäftsleitung von Voith Turbo, der für die Antriebstechnik zuständigen Sparte.

Voith Turbo will die Produktion auf große Standorte konzentrieren, um effizienter und günstiger produzieren zu können. Die IG Metall dagegen argumentiert, dass der Standort gut ausgelastet sei, und es dort trotz Corona-Krise bisher auch keine Kurzarbeit gab. Bei der Urabstimmung hatten 98 Prozent der IG Metall-Mitglieder in der Sonthofener Belegschaft für den Streik gestimmt.

Voith ist der größte Arbeitgeber in der Allgäuer Kommune. Die Unternehmensleitung will noch ein weiteres kleines Werk in Sachsen schließen und mit dem Gesamtbetriebsrat über einen Sozialplan verhandeln - im Rahmen einer Einigungsstelle, in der ein unparteiischer Vorsitzender die Gespräche von Arbeitgeber und Arbeitnehmern leitet. Das Gremium soll spätestens am 4. Mai 2020 erstmals tagen. "Der Austausch mit dem Gesamtbetriebsrat ist konstruktiv und wir rechnen zeitnah mit konkreten Ergebnissen", erklärte Mörtl.

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