Stau an der Autobahn: Abfahrtsverbote gelten – doch es fehlen Schilder

Den Stau auf der Autobahn umfahren? Das ist in Südbayern immer seltener möglich, wenn man kein Knöllchen riskieren will. Beispiel: Im Landkreis Rosenheim waren entsprechende Durchfahrtsverbote schon im August eingeführt worden – im Fall von Stau sind zu bestimmten Zeiten dann die Ausweichrouten neben der A8 und A93 gesperrt. Das Berchtesgadener Land hatte zudem im September solche Abfahrtsverbote eingeführt.
Auch das Landratsamt Miesbach zog nach – und beschloss Durchfahrtsverbote auf den Straßen neben der A8. Die entsprechende Regelung gelte ab dem 24. Dezember freitags, samstags, sonntags und feiertags, hatte das Landratsamt Miesbach am 19. Dezember bekannt gegeben – betroffen seien die Anschlussstellen Irschenberg, Weyarn und Holzkirchen.

Stau auf kleinen Straßen verhindern
Die Behörden wollen damit verhindern, dass Autofahrer sich durch Ortschaften und über kleinere Straßen schlängeln, wenn es sich auf den Hauptverkehrsrouten mal wieder staut. An den Autobahnausfahrten im Landkreis Miesbach stehen deshalb die vom Landratsamt aufgestellten Schilder (roter Rand, innen weiß) mit den Durchfahrtsverboten.
Grundlage für Kontrolle fehlt
Unabhängig davon mangelt es im Landkreis Miesbach auf der A8 jedoch bislang an den für die Autobahn vorgesehenen weißen Hinweisschildern. Sie sollen Fahrern anzeigen, dass sie bei Stau auf der Autobahn bleiben sollen und es ein Abfahrtsverbot bei Stau gibt – mit dem entsprechenden Hinweis, an welchen Tagen.
Was bedeutet das für die dortigen Kontrollen? Es fehlten nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd dafür bislang die besagten Schilder auf der Autobahn, die auf die Verbote hinweisen – und damit fehle auch die Grundlage für die Kontrolle. Wohl auch deshalb war der Ausflugsverkehr nicht zuletzt an den Weihnachtsfeiertagen in manchen Orten entsprechend dicht – zum Leidwesen der Anwohner. Auch viele Autofahrer im Schleichverkehr dürften dort geflucht haben.

Die AZ hat nachgefragt, wie es aktuell um die geplanten Hinweisschilder an der A8 im Landkreis und die Kontrollen durch die Polizei bestellt ist. Im Landkreis Miesbach habe man bislang "keine eigeninitiativen Kontrollen“ durchgeführt, "da die Beschilderung, welche auf die Verbote hinweist, auf der Autobahn noch nicht angebracht war“, sagt Daniel Katz, Sprecher beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd. "Sobald die Schilder kommen, machen wir auch dort entsprechende Kontrollen“, versichert er zugleich.
"Regelung gilt"
Autofahrer sollten sich dennoch an die beschlossenen Durchfahrtsverbote im Landkreis halten. Denn: "Selbstverständlich gilt die Regelung unabhängig davon, ob die Schilder an der Autobahn stehen oder nicht“, betonte eine Sprecherin beim Landratsamt Miesbach auf Nachfrage der AZ.
Wann ist mit der Anbringung der Hinweisschilder auf der A8 im Landkreis Miesbach denn nun zu rechnen? "Die Hinweisschilder sind bestellt und werden nach Auslieferung durch die örtliche Autobahnmeisterei aufgestellt, soweit das Wetter es zulässt“, teilte Josef Seebacher, Sprecher der Autobahn GmbH, Niederlassung Südbayern, auf AZ-Anfrage mit.
"Wir gehen von einer Auslieferung Ende Januar/Anfang Februar aus und werden versuchen, die Schilder im Anschluss zügig aufzustellen, soweit keine geschlossene Schneedecke oder größerer Bodenfrost vorhanden ist.“ Die Verkehrsbehörde am Landratsamt Miesbach habe "unmittelbar vor Weihnachten“ darüber informiert, dass die Verkehrsbehörde "für Straßen im Landkreis Durchfahrtsverbote bei Stau auf der Autobahn in der Zeit von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen“ angeordnet hat, so Seebacher. Die Autobahn GmbH des Bundes habe daraufhin die Hinweisschilder bestellt.