Startet der Winter mit Schnee? So wird das Wetter im Dezember
Nikolaus, Weihnachten und Silvester: Im Dezember erreicht die besinnliche Zeit ihren Höhepunkt. Die Menschen zieht es im ersten Wintermonat trotz kalter Tage ins Freie und auf die Weihnachtsmärkte in der Region. Doch wie wird das Wetter im letzten Monat des Jahres? Die aktuellen Vorhersagen zeigen jedenfalls ein eindeutiges Bild.
Der Dezember ist der erste Wintermonat. Wie bei jeder Jahreszeit unterscheiden die Experten zwischen dem meteorologischen und dem kalendarischen Winteranfang. Während der Winter meteorologisch schon am 1. Dezember startet, ist es kalendarisch erst am 21. so weit.
Wetter im Dezember: So sind die Vorhersagen für die Temperaturen
Der Dezember gehört zu den kältesten Monaten des Jahres. Die Durchschnittstemperatur liegt laut dem Deutschen Wetterdienst bei 0,8 Grad Celsius, bezogen auf das Klimamittel von 1961 bis 1990. Bei Niederschlag und der Sonnenscheindauer liegt der erste Wintermonat im Mittelfeld: Im Schnitt scheint rund 38 Stunden die Sonne und es fallen 70 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Doch wie wird das Wetter in diesem Jahr? Diplom-Meteorologe Dominik Jung ordnet für die AZ die aktuellen Langzeitprognosen ein.
Bei den Temperaturen sind sich das amerikanische und das europäische Langzeitmodell jedenfalls einig. Die aktuellen Langzeitprognosen gehen von einem zu milden Dezember aus. "Sowohl das US-Klimamodell CFS (NOAA) als auch das europäische Modell ECMWF zeigen für Deutschland eine positive Temperaturabweichung gegenüber dem Mittel 1991 bis 2020. Das CFS rechnet dabei deutlich wärmer als das ECMWF. Ich würde nach heutigem Stand von etwa 1 bis 2 Grad über dem Durchschnitt ausgehen", ordnet Jung ein.

Wie wird das Wetter im Dezember? München schließt sich Trend an
Für München und das Umland gilt dieser Trend ebenfalls. Das Wetter im Dezember soll ebenfalls zu mild ausfallen. Winterfreunde müssen dennoch nicht auf Schnee und Frost verzichten. "Ein milder Monatsmittelwert schließt kalte Phasen mit Frost und etwas Schnee natürlich nicht aus. Sie dürften sich aber seltener durchsetzen und kürzer anhalten. Eine Monatsprognose zeigt eine Tendenz über mehrere Wochen, keinen Fahrplan für einzelne Tage", betont Jung.
Beim Niederschlag setzt sich im Dezember der Trend aus dem November fort. Die beiden Langzeitmodelle prognostizieren einen eher zu nassen Monat. "Das europäische Modell zeigt ein ausgeprägtes Feuchtesignal vom Atlantik bis nach West- und Mitteleuropa. Das spricht für eine häufige Westwetterlage mit einer Abfolge von Tiefdruckgebieten", sagt Jung.
Westwetterlage im Dezember: Erhöhte Sturm- und Orkangefahr
Deshalb spricht in München und dem Umland ebenfalls vieles dafür, dass mehr Niederschlag als im Schnitt fällt. "Bei milder Luft fällt im Flachland häufig Regen statt Schnee. In den Alpen und im Alpenvorland kann es bei Staulagen auch kräftiger schneien, oberhalb von etwa 1000 Metern bestehen die besseren Chancen", wirft Jung einen Blick auf die Schneewahrscheinlichkeit.

Eine anhaltende Westwetterlage im Dezember erhöht außerdem die Wahrscheinlichkeit für Sturm- und Orkantiefs, vor allem im Norden und Westen sowie in den Mittelgebirgen. Süddeutschland kann davon ebenfalls betroffen sein. Bei Föhn am Alpenrand kann es ebenfalls stürmisch werden. "Konkrete Unwetter lassen sich so weit im Voraus nicht vorhersagen. Belastbare Aussagen zu einzelnen Sturmereignissen sind erst wenige Tage vorher möglich", ordnet Jung ein.
Bei der Prognose für das Wetter im Dezember handelt es sich um erste Trends, keine Tagesprognosen. Die Vorhersagen können sich noch ändern. Je näher der Dezember rückt, desto genauer werden die Prognosen.
