Städte bereit für Entsorgung von Millionen alter Christbäume

Rund 4,6 Millionen Weihnachtsbäume stehen nach Schätzung der Deutschen Holzindustrie in bayerischen Wohnzimmern. Für die Abfallbetriebe vieler Städte sind diese Mengen kein Problem. Auch wenn mancher Baumbesitzer seine Fichte lieber illegal entsorgt.
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Ein Christbaum, der seinen Dienst getan hat, liegt auf der Straße. Keine Seltenheit.
Fabian Sommer/dpa Ein Christbaum, der seinen Dienst getan hat, liegt auf der Straße. Keine Seltenheit.

München - Diese Woche können viele Bürger in Bayern ihre Weihnachtsbäume kostenlos von den Kommunen entsorgen lassen. Nach Schätzung des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie (HDH) wurden 2017 in Bayern 4,6 Millionen Bäume verkauft. Trotz dieser Mengen herrscht Gelassenheit bei den Abfallbetrieben vieler bayerischer Städte, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. "Kein Problem", hieß es vielerorts.

Die meisten Bäume entfallen auf die Großstädte München und Nürnberg. Die Abfallbetriebe der Städte rechnen jeweils mit etwa 200 Tonnen. Nürnberg und München haben deshalb Sammelstellen eingerichtet. Die Kosten für die Entsorgung bleiben jedoch gering für die Städte: Laut dem Bereichsleiter der Abfallwirtschaft Stadt Nürnberg (ASN) Gerhard Bocke betragen sie etwa 14 Cent pro Einwohner. Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) rechnet mit bis zu 50 Euro für jede Tonne Christbäume.

Für die Bürger bleibt die Entsorgung kostenlos. Nach Angaben der befragten Abfallbetriebe ist sie in der Müllgebühr enthalten. Dennoch gibt es unter Christbaumbesitzern auch einige, die ihre Tanne oder Fichte illegal entsorgen. "Vor Weihnachten schafft es noch jeder den Baum nach Hause zu tragen. Nach Weihnachten wird der Weg zur Sammelstelle plötzlich schwer", sagt ASN-Bereichsleiter Bocke. (Lesen Sie dazu: Kleines Missverständnis - Das hier ist KEIN Christbaumständer)

Was die Christbäume in Hellabrunn zu suchen haben

Die Bäume werden meist zu Holzschnitzeln gehäckselt und wie in Ingolstadt verbrannt oder zur Renaturierung eingesetzt - beispielsweise als Dünger im Bayreuther Stadtpark. In Straubing verarbeitet sie eine Biokompostanlage.

Um ihre Bäume entsorgen zu lassen, müssen die Besitzer ihre Bäume zuvor abschmücken. Wer die Abholungs- oder Sammeltermine verpasst, kann seinen Baum ganzjährig im Wertstoffhof seiner Gemeinde abgeben. In vielen Städten ist es auch möglich, den abgeschmückten Baum zu zerkleinern und in die Biotonne zu geben.

Nicht möglich ist es dagegen, die alte Kiefer- oder Nordmanntanne an einen Zoo, wie den Tierpark Hellabrunn, abzugeben. Man nehme wegen des Lamettas nur Bäume, die nicht verkauft worden seien, erklärt ein Zoo-Sprecher. Der Zweck der 30 Bäume, die der Tierpark bekommen hat: Elefantenfutter oder Spielzeug für Affen und Raubkatzen. "Der letzte Baum wurde an Heiligabend verputzt", sagte der Sprecher.

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