Spielorgel soll Bewohner von Seniorenheim aufmuntern

Erlangen (dpa/lby) - Vor den Hochhäusern steht eine Orgel auf einem Autoanhänger, die Hits aus den 50er Jahren spielt - und das Publikum schaut von den Balkonen herunter. Über ein ungewöhnliches Konzert haben sich am Donnerstag die Bewohnerinnen und Bewohner des Erlanger Wohnstifts Rathsberg freuen können.
| dpa
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Erlangen (dpa/lby) - Vor den Hochhäusern steht eine Orgel auf einem Autoanhänger, die Hits aus den 50er Jahren spielt - und das Publikum schaut von den Balkonen herunter. Über ein ungewöhnliches Konzert haben sich am Donnerstag die Bewohnerinnen und Bewohner des Erlanger Wohnstifts Rathsberg freuen können. Der Schausteller Jürgen Ulrich fuhr mit seiner großen Orgel auf dem Gelände vor, um den Senioren etwas Abwechslung zu bieten. Wegen der Corona-Pandemie verbringen diese viel Zeit allein in ihren Wohnungen. Und auch Ulrich hat plötzlich viel zu wenig zu tun.

Eigentlich hätten die Schausteller zurzeit einen vollen Terminkalender, denn in vielen Städten startet jetzt die Volksfest-Saison. Doch wegen der Corona-Krise sind das Nürnberger Frühlingsfest, der Augsburger Osterplärrer und alle anderen Feste abgesagt. "Wir sitzen daheim und wissen nicht, was wir machen sollen", sagt Ulrich. Deshalb machen er und seine Kollegen aus der Not eine Tugend und helfen anderen mit der Aktion "Hand in Hand", die nach Angaben des Süddeutschen Schaustellerverbands auch viele Kommunen unterstützen.

Manche Betriebe transportieren mit ihren Lastwagen Medikamente, andere verleihen Kräne, Werkzeug und Toilettenhäuschen. Und wieder andere holen ihre alten Spielorgeln aus dem Lager, um anderen eine Freude zu machen. Die von Ulrich stammt aus dem 19. Jahrhundert, seine Frau hat diese von ihrem Urgroßvater geerbt. Früher war das große Instrument an einer Schiffsschaukel montiert, jetzt holt die Familie es eigentlich nur noch zu besonderen Anlässen raus - aus Angst, dass das wertvolle Stück Schaden nimmt.

Weil das Wohnstift in Erlangen so groß ist, musste Ulrich gleich an mehreren Stellen halten und - unterstützt von zwei Helfern - kräftig kurbeln, damit die acht Lieder im Repertoire erklingen konnten. "Das ist anstrengend, aber ich mache das gern. Die alten Leute freuen sich ungemein darüber", sagt er.

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