Söder zu Gender-Sprache: "Kein prüfungsrelevanter Inhalt"

Das bayerische Kabinett hat sich mit dem Thema Gender-Sprache befasst. Ministerpräsident Markus Söder und Wissenschaftsminister Bernd Sibler machten klar: Wer nicht gendert, darf nicht schlechter benotet werden.
| Lukas Schauer
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Gender-Sprache sei "nicht prüfungsrelvant", so Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Gender-Sprache sei "nicht prüfungsrelvant", so Ministerpräsident Markus Söder (CSU). © Uli Deck/dpa

München - Wer in Bayern an Hochschulen und Unis in Prüfungen keine "Gender-Sprache" verwendet, darf deswegen keine Punktabzüge erhalten. Das machte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung klar. "Es kann nicht sein, dass Studenten möglicherweise eine schlechtere Bewertung bekommen, nur weil sie keine Gendersternchen verwenden".

"Wir sind für Augenmaß und nicht Übermaß", sagte Söder. "Keine Überforderung mit Pausen, Sternchen, etc. Kein Sprachersatz und vor allem: Keine Sanktionen! Sprache ist frei", führte Söder aus. Alle Leitfäden im staatlichen Bereich sollen nun dementsprechend überarbeitet werden.

Söder: Gender-Sprache ist nicht prüfungsrelevant

Anstatt Sternchen, Unterstriche, Binnen-Is oder Doppelpunkte solle eine Nennung von weiblicher und männlicher Form erfolgen oder eine neutrale Formulierung verwendet werden, stellte Söder klar. Beide Geschlechter seien selbstverständlich gleichgestellt.

"Das generische Maskulinum entspricht nicht mehr der Zeit", sagte auch Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU). Eine Umfrage unter allen Hochschulen und Unis habe ergeben, dass rund zwei Drittel Leitfäden für das Verfassen von schriftlichen Leistungen haben, diese hätten aber alle "referierenden Charakter". 

Wer nicht gendert, darf nicht schlechter benotet werden

Von diesen allgemeinen Sprachempfehlungen unabhängig sind allerdings die Prüfungsordnungen der Hochschulen, in denen Rahmenbedingungen der Prüfungen und die Kriterien der Benotung festgelegt sind. "Verwendung von Gendersprache kann und darf keine bewertungsrelevantes Kriterium sein", so Sibler.

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Sollte es dennoch Fälle geben, bei denen wegen der Nicht-Beachtung solcher Vorgaben schlechtere Noten vergeben worden seien, "könne man sich selbstverständlich ans Ministerium wenden", so Sibler.

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