Söder eröffnet Landesausstellung in Regensburg

Die Stiefel einer Moorleiche, eine Pestkarre und ein echter Dürer - im neuen Museum der Bayerischen Geschichte gibt eine Ausstellung Einblick in die historische Entwicklung des Freistaats.
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Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, spricht zur Eröffnungsfeier der Ausstellung "100 Schätze aus 1000 Jahren". Foto: Armin Weigel
dpa Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, spricht zur Eröffnungsfeier der Ausstellung "100 Schätze aus 1000 Jahren". Foto: Armin Weigel

Regensburg (dpa/lby) - Fast 300 000 Menschen haben das neue Museum der Bayerischen Geschichte nach offiziellen Angaben seit seiner Eröffnung vor vier Monaten besucht. Mit der Landesausstellung "100 Schätze aus 1000 Jahren" bietet es Geschichtsinteressierten ab Freitag einen weiteren Grund, nach Regensburg zu kommen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Schau am Donnerstag eröffnet und einmal mehr mit launig-ironischen Worten die Vorzüge des Freistaates gepriesen: "Es ist ein Privileg, Bayer zu sein."

Die Ausstellung zeigt anhand von Kunst- und Alltagsgegenständen einen Streifzug durch gut ein Jahrtausend Geschichte - bis etwa zum Jahr 1800. In seiner Dauerausstellung konzentriert sich das Museum auf die Jahre zwischen 1800 und der Gegenwart.

Langweilig sei Bayern nie gewesen, sagte Söder. Das lasse sich auch an den Exponaten ablesen, darunter ein Gemälde von Albrecht Dürer, ein Schandmantel für junge Männer, die sich unehrenhaft verhielten, sowie ein Tragesessel aus dem Rokoko - letzterer als Fortbewegungsmittel laut Söder "klimaneutral".

Die Schau wie auch das Museum zeigten in langfristigen Linien die Prägungen des Freistaates, etwa durch das Herrscherhaus der Wittelsbacher samt seinem "Popstar" Ludwig II. Dieser "James Dean der Wittelsbacher" habe früher sicher Finanzminister verzweifeln lassen, während heutige Finanzminister sich die Hände rieben angesichts der Einnahmen.

Das Museum sei geeignet, Interesse an Geschichte zu wecken, sagte Söder. Er bekannte, selbst gerne in Museen zu gehen. "Da bleibt die Zeit für einen Moment stehen." Und die Landesausstellung mache deutlich: "Es war früher nicht einfacher, es war vieles schwieriger. Und wir dürfen froh sein, in dieser Zeit zu leben."

Museumsdirektor Richard Loibl freute sich über den großen Besucherzuspruch, den das Museum bislang gefunden habe. Damit sei - nach der massiven Kritik noch vor der Eröffnung - nicht zu rechnen gewesen. Allein am Pfingstwochenende seien 36 000 Besucher gezählt worden. "Und zuerst fiel die Rolltreppe aus. Und dann fiel der Lift aus." Die Menschen hätten an der Treppe mit Sinn für Humor gewartet. Auch die Kommentare zum Museum seien weitgehend positiv. Sie spiegelten den Humor wieder, den sich die Museumsmacher auch gewünscht hätten. Loibl zitierte einen Besucher: "Hat's das mit den Franken 1806 wirklich gebraucht?"

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