"Situation sehr angespannt": Schuljahr in Bayern startet mehr Schülern und weniger Lehrern

Am Dienstag ist es für Bayerns Schülerinnen und Schüler wieder so weit: Die einen werden mit Vorfreude, die anderen mit Bedauern in ihre Klassenzimmer einziehen. Was das neue Schuljahr kennzeichnet.
dpa |
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Für 132.000 Mädchen und Buben steht der erste Schultag vor der Tür. (Symbolbild)
Für 132.000 Mädchen und Buben steht der erste Schultag vor der Tür. (Symbolbild) © Peter Kneffel/dpa

Nach sechs Wochen Sommerferien startet am Dienstag das neue Schuljahr im Freistaat. Dabei steigt die Zahl der Schülerinnen und Schüler erneut: 1,77 Millionen Mädchen und Jungen werden den Unterricht besuchen. Das sind rund 20.000 mehr als im vergangenen Schuljahr. Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) sprach vom höchsten Stand seit 15 Jahren. 

Rund 132.000 Kinder dürften dem Dienstag mit besonderen Gefühlen entgegenblicken: Sie werden als Erstklässler ihre Schulkarriere beginnen. Auch dies ist ein Plus von knapp 2.500 im Vergleich zum vergangenen Schuljahr.

Unterrichtsversorgung "sehr angespannt"

Die meist Sechsjährigen kommen in ein angespanntes System, in dem vielerorts zu wenige Lehrkräfte bereitstehen. Stolz sieht die Unterrichtsversorgung im anstehenden Schuljahr zwar als "stabil" gesichert, gibt aber selbst zu, die Situation sei "sehr angespannt". Im nächsten Jahr soll es nach dem derzeit aus Spargründen geltenden Stellenmoratorium dann wieder Neueinstellungen geben.

Bayerns Schulen sind aus der Sicht von Kultusministerin Anna Stolz gut auf das neue Schuljahr vorbereitet. (Archivbild)
Bayerns Schulen sind aus der Sicht von Kultusministerin Anna Stolz gut auf das neue Schuljahr vorbereitet. (Archivbild) © Christoph Soeder/dpa

Im neuen Schuljahr gibt es mehrere Neuerungen. So gibt es Änderungen bei der Prüfungskultur, die neben den "bewährten" schriftlichen wie mündlichen Aufgaben auch mehr innovative Formate wie Präsentationen, Projekte, Debatten und praxisnahe Aufgaben ermöglichen. Die seit Jahren kritisierten "Exen" - unangekündigte Abfragen - sind dabei weiter erlaubt. An einigen Stellen müssen die Schülerinnen und Schüler künftig weniger Leistungsnachweise verpflichtend erbringen.

Private Handynutzung künftig erst ab der achten Klasse

An den Mittelschulen kann zudem die Stundentafel künftig flexibler ausgestaltet werden - sowohl für ganze Klassen als auch für einzelne Schüler sollen etwa in den Klassen fünf bis sieben bis zu zwei Wochenstunden für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch nach Bedarf umorganisiert werden. Ferner soll es an allen Schulformen mehr Sportunterricht geben.

Ein Thema, das Eltern wie Nachwuchs seit Jahren umtreibt, ist die Handy-Nutzung. In diesem Schuljahr nun ist neu geregelt, dass die private Nutzung für alle Kinder und Jugendliche bis einschließlich der siebten Jahrgangsstufe verboten ist. Auch Eltern sollen künftig bei Infoveranstaltungen besser für die Risiken sensibilisiert werden.

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