Schwierige Aufräumarbeiten, Suche nach Blackbox geht weiter

Auf den Schock über das tödliche Unglück folgt das Aufräumen: Mit schwerem Gerät versuchen Experten, die Bahnstrecke bei Bad Aibling wieder freizubekommen und die dritte Blackbox zu finden.
| az,dpa
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Das Zugunglück in Bad Aibling hat elf Menschen das Leben gekostet.
dpa Das Zugunglück in Bad Aibling hat elf Menschen das Leben gekostet.

Auf den Schock über das tödliche Unglück folgt das Aufräumen: Mit schwerem Gerät versuchen Experten, die Bahnstrecke bei Bad Aibling wieder freizubekommen und die dritte Blackbox zu finden. Mit Gottesdiensten und einer Schweigeminute wird der Opfer gedacht.

Bad Aibling - Nach dem schweren Zugunglück mit zehn Toten im oberbayerischen Bad Aibling sind die Bergungsarbeiten fortgesetzt worden - Ende der Woche sollen sie beendet sein. Unterdessen konnte das zehnte Todesopfer identifiziert werden: Es handelt sich um einen 38 Jahre alten Mann aus dem Landkreis Spree-Neiße (Brandenburg). Nach aktuellem Stand sind daneben 21 Schwerverletzte und 62 leichtverletzte Menschen bekannt. Der Gesundheitszustand einiger Schwerverletzter ist nach wie vor ernst.

Lesen Sie hier: Notfallseelsorger: Schreie der Angehörigen schwer zu ertragen

Ein ökumenischer Gottesdienst soll am Sonntag der Opfer des Zusammenstoßes zweier Regionalzüge gedenken. Der Betreiber der betroffenen Mangfalltalbahn erinnerte am Donnerstag mit einer Schweigeminute an die zehn Todesopfer und 80 Verletzten. Um 12.00 Uhr wurde weltweit in allen Bahnen und Bussen des französischen Mutterkonzern Transdev und seinen Tochterunternehmen innegehalten.

 

Bergung der Züge ist für Helfer extrem gefährlich

 

Die Fachleute arbeiteten derweil mit schwerem Gerät an der Bergung der zwei Zugwracks. Am Donnerstagvormittag zogen sie fünf noch fahrfähige hintere Waggons zu den jeweils nächstgelegenen Bahnhöfen, nachdem die Arbeiten in der Nacht unterbrochen worden waren. Abschlossen werden sollen die Arbeiten nach Angaben der Deutschen Bahn spätestens am Sonntag. Dabei ist höchste Vorsicht geboten, weil die ineinander verkeilten Zuggarnituren unter hoher Spannung stehen und Einsatzkräfte durch umherfliegende Teile gefährdet werden könnten.

Den dritten noch vermissten Fahrtenschreiber konnten die Beteiligten bis zum Mittag nicht finden. "Es geht sehr langsam voran, weil es sehr schwierig ist, diese beiden ineinander verkeilten Zuggarnituren voneinander zu trennen", erläuterte ein Polizeisprecher. "Wir hoffen, dass wir heute, vielleicht morgen an die Blackbox herankommen."

 

Liefern die Fahrtenschreiber Hinweise auf die Unglücksursache?

 

Die Fahrtenschreiber zeichnen ähnlich wie in Flugzeugen wichtige Informationen während der Fahrt auf. Das Unglück hatte sich am Dienstagmorgen auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim ereignet. Erschwert werden die Aufräumarbeiten von den gleichen Umständen wie bei der Rettung der Opfer: Die Unglücksstelle liegt in einem Waldstück an einer Hangkante, die steil zu einem Kanal abbricht und nur schwer zu erreichen ist.

Die Frage nach der Ursache für eines der schwersten Bahnunglücke in der Geschichte der Bundesrepublik beschäftigt Überlebende, Angehörige und Ermittler weiter. Polizei und Staatsanwaltschaft betonten am Mittwoch, es könne noch Wochen dauern, bis Klarheit herrsche. Eine 50-köpfige Sonderkommission arbeitet an dem Fall. Das Unglück soll in der kommenden Woche auch Thema im Verkehrsausschuss des Bayerischen Landtags sein.

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