Schwiegervater mit Schublade ermordet: Lebenslänglich

Mit einer Schublade geht ein Mann auf seinen Schwiegervater los und tötet ihn - um Geldprobleme zu verschleiern und damit seine Ehe zu retten. Nun ist der Mann verurteilt worden.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
In Regensburg wurde ein 39-Jähriger wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. (Symbolfoto)
Uli Deck/dpa In Regensburg wurde ein 39-Jähriger wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. (Symbolfoto)

Regensburg - Wegen Mordes mit einer Schublade an seinem Schwiegervater ist ein 39-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Regenburg war am Donnerstag davon überzeugt, dass er dem 62-Jährigen im Dezember in Straubing bei einem Streit um Geld die Holzschublade mehrfach auf den Kopf geschlagen und mit einem abgesplitterten Holzteil auf ihn eingestochen hatte. Der Schwiegervater sei wegen der Stichverletzungen und Schlägen auf den Kopf gestorben.

Das Gericht sprach von einem "Verdeckungsmord". Der Mann habe die Attacke sowie die Veruntreuung von rund 10.000 Euro verschleiern wollen, die er von dem Schwiegervater bekommen und nicht zurückgegeben hatte. Der Mann hatte im Prozess die Tat eingeräumt und angegeben, er habe aus dem Affekt heraus gehandelt.

Der Angeklagte wie auch die Angehörigen folgten dem Urteil mit versteinerten Mienen. Die Tochter des Ermordeten und Ex-Frau des Angeklagten war Nebenklägerin.

Streit um Geld - Schwiegervater mit Schublade erschlagen

Der Schwiegervater hatte seiner Tochter und ihrem damaligen Mann einen Betrag von rund 20.000 Euro übergeben, um das Geld zu verwalten und dem Zugriff von Gläubigern zu entziehen. Doch der Schwiegervater bekam von dem Paar nur 10.000 Euro zurück. Den Rest hatte der Mann laut Gericht zeitweise in Wertpapieren angelegt und hatte damit auch eigene Schulden bezahlt haben.

Über dieses Geld war es zum Streit gekommen. Der Schwiegervater hatte laut Urteilsbegründung gedroht, die Tochter über die ganze Sache zu informieren. Der Angeklagte habe sich in der Befürchtung, dies könnte die Ehe gefährden, entschlossen, den Schwiegervater zu töten. Habgier - wie von der Staatsanwaltschaft angenommen - sah das Gericht nicht als tatbeherrschendes Motiv.

Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten lebenslange Haft wegen Mordes gefordert. Die Vertretung der Tochter hatte zusätzlich die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld verlangt. Die Verteidigung ging hingegen von Totschlag aus, sie hatte auf vier Jahre Haft plädiert.

Lesen Sie hier: Bad Feilnbach - Während Ernte in die Tiefe gestürzt - Fünf Schwerverletzte

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren