Schuster warnt vor Interesse-Abnahme an Holocaustgedenken

Passau (dpa/lby) - 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges hat der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, eine bessere Erinnerungskultur der Deutschen gefordert. "Immer mehr Menschen wollen einen Schlussstrich ziehen, um in ihrer Komfortzone zu bleiben", sagte er am Freitag beim trinationalen Holocaust-Gedenkakt von Bayern, Österreich und Tschechien in Passau.
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Josef Schuster spricht während dem Gedenkakt im Audimax der Universität Passau. Foto: Armin Weigel/dpa
dpa Josef Schuster spricht während dem Gedenkakt im Audimax der Universität Passau. Foto: Armin Weigel/dpa

Passau (dpa/lby) - 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges hat der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, eine bessere Erinnerungskultur der Deutschen gefordert. "Immer mehr Menschen wollen einen Schlussstrich ziehen, um in ihrer Komfortzone zu bleiben", sagte er am Freitag beim trinationalen Holocaust-Gedenkakt von Bayern, Österreich und Tschechien in Passau. Um die Erinnerung wach zu halten, seien Bildung und Erziehung unverzichtbar. Nur so könne die "monströse Aufgabe" gelingen, das Geschehene - den nationalsozialistischen Völkermord an Millionen Menschen - an junge Menschen zu vermitteln.

Wenn Schulen die Auseinandersetzung mit der Schoah vernachlässigen, machten sie Platz für Politiker, die einen Schlussstrich ziehen und völkisches Gedankengut in den Köpfen der Menschen verankern wollten. Vielerorts hätten Rechtspopulisten längst wieder damit begonnen, die Demokratie vom Rand aus zu untergraben. "Wir müssen das Einfallstor wieder schließen."

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