Amoklage in Schongau: Ermittler untersuchen mögliches Schreiben des Tatverdächtigen

Ein mögliches Täter-Schreiben und Hinweise auf einen womöglich geplanten Livestream von der Tat: Die Ermittler prüfen neue Details zu der mutmaßlichen Amoktat am Schongauer Gymnasium.
von  AZ/dpa
Nach der Amoktat in Schongau wird über die Hintergründe diskutiert.
Nach der Amoktat in Schongau wird über die Hintergründe diskutiert. © Jason Tschepljakow/dpa

Nach der Messerattacke an einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau prüfen Ermittler ein Schreiben, das von dem mutmaßlichen Täter stammen könnte. Zudem werde untersucht, ob die Tat per Livestream übertragen werden sollte. "Es gibt erste Hinweise darauf, dass diese Tat gestreamt werden sollte", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München II auf Anfrage. "Aber mehr können wir noch nicht sagen." Der "Spiegel" hatte über den möglichen Livestream und das Dokument berichtet.

Das Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, ist von Beschimpfungen mehrerer Religionsgemeinschaften und Bevölkerungsgruppen durchsetzt, beleidigt werden aber auch Menschen aus dem Umfeld des Verfassers, darunter Mitschüler und Lehrkräfte. Für die Autorenschaft des mutmaßlichen Täters sprechen biografische Angaben, etwa das Alter des Verfassers und Details zu Ärger in der Schule.

Ermittler prüfen Herkunft und Echtheit

"Das Dokument liegt uns vor", sagte der Sprecher der Anklagebehörde. "Es ist Gegenstand der Ermittlungen. Wir prüfen es momentan auf seine Herkunft und seine Authentizität. Aber wir haben bisher noch keine Erkenntnisse in die eine oder andere Richtung, also ob es vom Täter stammt oder nicht". Man sei im engen Austausch mit der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus bei der Generalstaatsanwaltschaft München. Geprüft werde, ob diese die Ermittlungen gegebenenfalls übernimmt.

Ein 16 Jahre alter Ex-Schüler sitzt unter Tatverdacht in Untersuchungshaft. Ihm wird versuchter Mord in zwei Fällen vorgeworfen. Er soll am Mittwoch zwei 13-jährige Mädchen mit einem Messer auf dem Schulgelände schwer verletzt haben. Beide befinden sich weiter im Krankenhaus. Mitschüler leisteten Erste Hilfe - und retteten so wahrscheinlich einem der Mädchen das Leben. Der 16-Jährige war von Lehrkräften und Polizeibeamten überwältigt worden.

Mitschüler bedroht und Amokläufe verherrlicht 

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten mitgeteilt, dass gegen den 16-jährigen Kroaten wegen zweier Vorfälle aus dem Jahr 2025 ermittelt wurde, weil er unter anderem Mitschüler bedroht und in sozialen Netzwerken Amokläufe verherrlicht haben soll.

Nach der Tat wurden das Messer, eine Pistole und Munition sichergestellt. Die Schusswaffe wurde nach dpa-Informationen bei einem Rucksack gefunden, den der 16-Jährige nach seiner Tat auf dem Schulhof im Umfeld des Tatorts deponiert habe. Er habe Polizeibeamte nach seiner Festnahme selbst darauf hingewiesen.

Er soll einen Schuss mit der Pistole abgegeben haben, die dann versagte. Den Informationen zufolge gab der 16-Jährige an, sich die Waffe im Darknet besorgt zu haben. Bei dem Messer soll es sich jedenfalls um kein Haushaltsmesser handeln.

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