Schon jetzt 1290 Hitzetote in Bayern – im ganzen letzten Jahr waren es 490

Schon jetzt starben laut einer Schätzung des Robert Koch-Instituts weit mehr Menschen an den Folgen von Hitze als in den Vorjahren. Bayern ist dennoch weniger betroffen als andere Bundesländer.
AZ/dpa |
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Nach vorläufigen Zahlen war es in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt so heiß wie noch nie im Juli. Die Zahlen des RKI zeigen, dass die hohen Temperaturen ihren Tribut forderten. (Symbolbild)
Nach vorläufigen Zahlen war es in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt so heiß wie noch nie im Juli. Die Zahlen des RKI zeigen, dass die hohen Temperaturen ihren Tribut forderten. (Symbolbild) © Thomas Warnack/dpa
München/Berlin

In Bayern sind nach Schätzung des Robert Koch-Instituts im laufenden Jahr schon rund 1290 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben. Zum Vergleich: 2025 waren es im gesamten Jahr 490 Menschen gewesen – und auch in den neun Jahren davor waren die Werte nie auch nur annähernd so hoch wie jetzt. Betroffen sind besonders ältere Menschen. Die Schätzung hat allerdings eine große Schwankungsbreite. Im laufenden Jahr reicht sie bis Kalenderwoche 30 – also bis zum 26. Juli.

Bayern ist der Schätzung zufolge aber weniger stark betroffen als andere Bundesländer. In Baden-Württemberg waren es trotz der niedrigeren Bevölkerungszahl laut RKI-Schätzung 2490 Fälle, im ebenfalls kleineren Hessen 1650 und in Nordrhein-Westfalen sogar 2620. 

Betrachtet man die geschätzten Hitzetoten pro 100.000 Einwohnern, liegt der Freistaat mit einem Wert von 9,7 im unteren Mittelfeld. Im Saarland ist der Wert mit 40,7 am höchsten, in Schleswig-Holstein mit 2,3 am niedrigsten. 

Oft Kombination mit Vorerkrankungen

Bundesweit geht das RKI von bislang 11.900 hitzebedingten Sterbefällen aus. Etwa 9600 davon gehen auf die Woche vom 22. bis 28. Juni zurück, deren Zahlen aktuell nach oben korrigiert wurden.

Als hitzebedingte Sterbefälle gelten nicht nur solche, bei denen die Hitzeeinwirkung – etwa bei einem Hitzeschlag – den Tod unmittelbar ausgelöst hat. In den meisten Fällen führe eine Kombination aus Vorerkrankungen und Hitze zum Tod, hieß es. Auf dem Totenschein werde zumeist nicht die Hitze als Todesursache vermerkt. Daher stellt das RKI statistische Berechnungen zu den Hitzetoten an.

In der letzten Juniwoche hatte es eine außergewöhnlich intensive und anhaltende Hitzewelle mit regional über 40 Grad gegeben. Mehrfach waren Temperaturrekorde gebrochen worden. In Bayern war es nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der zweitheißeste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt wurde mit 41,8 Grad sogar ein Temperaturrekord aufgestellt. 

Weil der Sommer noch lange nicht vorbei ist, könnte die Anzahl der Hitzetoten je nach Wetterlage im weiteren Jahresverlauf weiter steigen.

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