Schockanrufe aus Callcenter - Verdächtige festgenommen

Die Opfer waren ältere Leute in ganz Deutschland, das Quartier der Bande eine Wohnung in Madrid. Wie kamen die Ermittler auf die Spur der Verdächtigen?
von  dpa
Die Verdächtigen sollen nach Deutschland ausgeliefert werden. (Symbolbild)
Die Verdächtigen sollen nach Deutschland ausgeliefert werden. (Symbolbild) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Eine Bande hat versucht, mit Schockanrufen zahlreiche ältere Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet um ihr Geld zu bringen. Deutschen und spanischen Ermittlern ist es nun gelungen, das betrügerische Callcenter in Madrid auszuheben und vier Verdächtige festzunehmen. Diese sollen nach Deutschland ausgeliefert werden, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken sagte. 

Umfangreiche Ermittlungen in einem früheren Verfahren hatten ihm zufolge die oberfränkische Kriminalpolizei auf die Spur der Bande gebracht. Dabei handelt es sich um einen 37-Jährigen aus dem Raum Hamburg, seine 33 Jahre alte Ehefrau sowie zwei 23-Jährige und 30-Jährige. Diesen sollen aus einer eigens dafür gemieteten Wohnung in der spanischen Hauptstadt über Wochen hinweg täglich zahlreiche Schockanrufe nach Deutschland getätigt haben. 

Hinweise auf viele weitere Fälle

Die Verdächtigen gaben sich nach Angaben der Ermittler am Telefon als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder Angehörige aus. Sie spielten den Opfern vor, dass ein Angehöriger einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe und eine hohe Kaution zahlen müsse, um nicht in Haft zu kommen. 

Die Ermittler werfen den Verdächtigen 14 konkrete Taten vor, bei denen jeweils rund 90.000 Euro gefordert wurden. Es gebe aber Hinweise auf zahlreiche weitere Betrugsanrufe, etwa auf einen nach Österreich, wo ein Opfer 39.000 Euro übergab. 

Demnach verhinderten Polizei und Staatsanwaltschaft zumeist, dass die älteren Leute Bargeld, Gold und andere Wertgegenstände an die Betrüger übergaben. Dabei seien in Frankfurt am Main zwei mutmaßliche Mittäter festgenommen worden, die 920 Gramm Gold entgegennehmen sollten.

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