Schäferhund angeschossen: Polizei fahndet nach Schützen

Ein blutiges Tierdrama beschäftigt Hundefreunde im Landkreis Passau: Ein Hundehasser schießt mit einer Schrotflinte zweimal auf einen frei laufenden Schäferhund einer Pferdeexpertin.
| Hubert Denk
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Schäferhund „Antaris“ lebt mit seinem Frauchen auf einem Bauernhof in Aicha Vorm Wald.
2 Schäferhund „Antaris“ lebt mit seinem Frauchen auf einem Bauernhof in Aicha Vorm Wald.
Schäferhund „Antaris“. Sein Fell ist nach den Schüssen blutverschmiert.
2 Schäferhund „Antaris“. Sein Fell ist nach den Schüssen blutverschmiert.

Passau - Fünf Schrotkugeln stecken in seiner Lunge. „Wenn er keine Bleivergiftung bekommt, kommt er durch“, sagt Martina B. (51) besorgt. Ihr vier Jahre alter weißer kanadischer Schäferhund „Antaris“ ist zur Zielscheibe für einen grausamen Jäger geworden. Die Schrotschüsse in einem Wald bei Passau erschüttern die Tierfreunde in Niederbayern.

200 Meter vom Hof der Pferdetherapeutin Martina B. in Aicha Vorm Wald (Landkreis Passau) entfernt, war der Schäferhundrüde in den Fichtenwald gelaufen. „Ich habe ihn gerufen, gepfiffen, plötzlich hörte ich ihn jämmerlich aufjaulen“, erzählt die Frau. Sie hörte einen Knall. In Panik begann sie nach ihrem Hund zu suchen, aber sie fand ihn nicht.

„Antaris“ hatte sich mit letzter Kraft bis vor die Haustüre geschleppt. Sein schneeweißes Fell ist rotgefärbt vom Blut, das aus den vielen Einschusswunden sickert. Zwei Schrotladungen muss der Schütze abgegeben haben, stellte der Arzt in der Tierklinik fest. Röntgenaufnahmen zeigen, dass der Hund von rund 40 Schrotkugeln an Kopf, Körper und Hinterläufen getroffen worden ist.
„Er bekam Infusionen mit Antibiotika und darf sich nicht anstrengen“, sagt Martina B. „Antaris“ muss sein Krankenlager hüten. Nur bei absoluter Ruhe kann die verletzte Lunge heilen. Eine Operation ist nicht möglich.

War es ein Wilderer auf Trophäenjagd? Der Jagdpächter soll der Hundebesitzerin versichert haben, dass seine Männer nicht infrage kommen. An dem Tag wütete Orkan „Niklas“, kein Jäger wäre bei so einem Sturm auf die Pirsch gegangen. Zudem ist im April in den bayerischen Wäldern Schonzeit mit Ausnahme für junge Wildschweine und Füchse. Aber die werden nicht mit Schrot gejagt.

Ein Beamter der Polizei Vilshofen ermittelt wegen Tierquälerei und wegen Sachbeschädigung. „Wir haben eine Experten auf dem Revier, der ist selbst Jäger“, sagt ein Beamter. Am Unglücksort überschneiden sich mehrere Jagdreviere.

„Wenn ich nicht dazugekommen wäre, hätte der Jäger meinem Hund wahrscheinlich getötet“, sagt Martina B.. Seit 14 Jahren lebt sie auf dem Hof, immer mit Hund. Nie habe es Probleme gegeben.

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