Schäfer erklärt: So sind meine Tiere im Penny gelandet

Der Besuch von 50 Schafen in einem Penny-Markt in Unterfranken hat viral für Aufmerksamkeit gesorgt. Schäfer und Besitzer der Tiere, Dieter Michler, erzählt der AZ, wie es dazu kam.
Heinrich Ueberall |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
1  Kommentar
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Die Schafe von Dieter Michler im Kassenbereich des Penny-Markts. Rund 50 Schafe hatten sich von der Herde getrennt und waren in die Discounter-Filiale gegangen.
Die Schafe von Dieter Michler im Kassenbereich des Penny-Markts. Rund 50 Schafe hatten sich von der Herde getrennt und waren in die Discounter-Filiale gegangen. © REWE Group

Dass Wanderschäfer Dieter Michler aus Adelsberg im Landkreis Main-Spessart mit seinen Tieren in der "Tagesschau" landen würde, hätte er sich wohl kaum vorstellen können, als er am Montag mit seinen Schafen wie gewöhnlich aufbrach. 50 seiner Tiere spazierten aber, statt der Herde zu folgen, in den Penny-Markt Burgsinn.

Die Aufnahmen des tierischen Besuchs sorgten für Zehntausende Aufrufe in den Sozialen Medien und die Supermarktkette möchte inzwischen sogar die Patenschaft der Tiere übernehmen. In das Profilbild seines Instagram-Accounts hat der Discounter neben dem Firmenlogo ein Schaf eingebaut, Schaf-Memes und Wortspiele dürfen auch nicht fehlen. 

Ein Schaf im Profilbild und viele Wortspiele: Der Penny-Deutschland-Account auf Instagram griff den Vorfall gern auf.
Ein Schaf im Profilbild und viele Wortspiele: Der Penny-Deutschland-Account auf Instagram griff den Vorfall gern auf. © Screenshot Instagram

Eicheln lassen die Schafe unaufmerksam werden

Doch wie kam es überhaupt dazu, dass die Schafe den Supermarkt besuchten? Schäfer Michler erzählt der AZ, dass er mit etwa 500 Tieren unterwegs war und im Industriegebiet am Penny vorbeizog. Durch den schmalen Weg bildete sich eine lange Schlange, über die er keinen Überblick mehr hatte.

Einige Schafe seien dann wahrscheinlich unter einem Baum stehen geblieben und hätten Eicheln gefressen. "Natürlich waren die Eicheln wichtiger, als den anderen Schafen hinterherzulaufen", sagt Michler. Die fressenden Tiere hätten dann von ihm unbemerkt den Anschluss verloren. "Und dann sind die halt auf den Penny-Parkplatz gelaufen und haben nicht mehr gewusst, wohin." 

Die Schafe wittern Futter

Und warum gingen die Schafe dann vom Parkplatz in den Laden? Michler vermutet, dass sie einem Kunden mit einer Tasche gefolgt sind, die sie wiederum an ihre Fütterung erinnerte. "Ich gebe den Tieren jeden Abend Salz und Mineralfutter. Da komme ich ja immer mit der Tüte oder einem Sack. Und ich nehme an, dass sie dann dem Kunden mit der Tasche hinterhergelaufen sind und in den Penny-Markt hinein."  

Michler selbst hat davon erst einmal nichts mitbekommen. Er war mit der restlichen Herde schon weiter. "Dann ist mir ein Kunde hinterhergefahren und hat gesagt, 'beim Penny sind Schafe drin.’" Das hätte er anfangs gar nicht glauben können, denn einfach so liefen die Tiere nicht in geschlossene Räume. 

Schäfer Dieter Michler auf einer Wiese mit seinen Schafen. Einge von ihnen verirrten sich in den Penny-Markt.
Schäfer Dieter Michler auf einer Wiese mit seinen Schafen. Einge von ihnen verirrten sich in den Penny-Markt. © Alnatura; privat

Schäfer Michler: Offen für Patenschaft"

Bis er die anderen Schafe in Sicherheit gebracht hatte und zum Supermarkt zurückgekehrt war, hatten die Tiere diesen bereits wieder verlassen. "Die Schafe waren schon wieder woanders, die habe ich erst einmal suchen müssen", sagt Michler, der die Ausreißer am Ende aber wieder sicher nach Hause bringen konnte. 

Erst 45 Minuten nach dem Vorfall konnte er den Penny betreten. "Da war schon wieder alles sauber geputzt und hergerichtet", sagt der Schäfer. Eine Rechnung für den geringen Schaden und die Reinigung der tierischen Hinterlassenschaften wurde ihm nicht gestellt. Stattdessen nahm die Marketing-Abteilung des Discounters den Vorfall dankend auf. Für den Vorschlag von Penny, die Patenschaft für die Tiere zu übernehmen, zeigt Michler sich offen. "Sie sind schon auf mich zugekommen und jetzt muss man mal ins Gespräch kommen, wie das Ganze weitergeht." 

Zu viel Verkehr und der Wolf 

Abgesehen von der viralen Aufmerksamkeit und der möglichen Patenschaft steht Dieter Michler bei seiner Arbeit in der Wanderschafhaltung vor einigen Problemen. "Für uns wird es nicht leichter", sagt er, "weil es immer mehr Verkehr und Straßen gibt." Das erschwert den Weg der Tiere. Auch der Wolf sei ein Problem, auf das sich Michler aber eingestellt habe. "Ich schütze meine Schafe mit Herdenschutzhunden und komme eigentlich zurecht. Es dürfen bloß nicht mehr Wölfe werden." 

2026 wurde übrigens von der UN zum "Jahr der Hirten und Weidelandschaften" ausgerufen, um der Berufsgruppe mehr Aufmerksamkeit zu geben. Das ist den Schafen von Dieter Michler durch ihren Ausflug am Montag auch ohne UN schon sehr früh im Jahr gelungen. 

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
  • Witwe Bolte vor 16 Stunden / Bewertung:

    Die pennyschafe sind die netteste Geschichte in diesem jungen Jahr. 🥳

    Antworten lädt ... Kommentar melden
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.