Röntgenteleskop eRosita soll erst im Juli ins All starten

Das deutsche Teleskop eRosita wird wohl nicht vor Juli zur Erkundung ferner Galaxien starten. Am Freitag konnte die Trägerrakete nicht abheben.
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Das Röntgenteleskop eRosita. Foto: Peter Friedrich/MPE/Archivbild
dpa Das Röntgenteleskop eRosita. Foto: Peter Friedrich/MPE/Archivbild

Baikonur/Garching - Das deutsche Röntgenteleskop eRosita wird mindestens drei Wochen später als geplant ins All fliegen. Der Start wurde am Freitag wegen technischer Probleme verschoben, wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos und das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München mitteilten, unter dessen Federführung das Teleskop gebaut worden war. Als neuer Starttermin sei nun der 12. Juli angepeilt, sicher sei dies aber noch nicht, hieß es. Ein Ausweichtermin am Samstag war demnach nicht mehr im Gespräch.

Ursprünglich sollte die russische Trägerrakete mit eRosita und einem russischen Teleskop an Bord am frühen Freitagnachmittag vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan abheben. Laut einer MPI-Sprecherin war vor dem Start entdeckt worden, dass eine Batterie nicht voll geladen war, die in einer Phase zur Zündung der Rakete notwendig ist.

eRosita soll Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxien in bisher unerreichter Auflösung erforschen. Aus den Daten soll eine Himmelskarte entstehen, die das Universum und seine Entwicklung abbildet.

Über Röntgenstrahlung soll eRosita (extended Roentgen Survey with an Imaging Telescope Array) Strukturen des Alls sichtbar machen. Der Schlüssel sind Galaxienhaufen - Ansammlungen von mitunter Tausenden Einzelgalaxien, die durch Schwerkraft aneinander gebunden sind. Ihre Verteilung zeigt, wie sich das Universum seit dem Urknall ausdehnt. Das wird vermutlich maßgeblich bestimmt durch die Dunkle Energie, die selbst unsichtbar bleibt. Für eRosita werden die Kräfte durch 100 Millionen Grad heißes Gas in den Galaxienhaufen erfassbar: Die Temperatur ist so hoch, dass das Gas Röntgenstrahlung aussendet, die eRosita aufnimmt.

Weil Licht von fernen Galaxien lange unterwegs ist, kann das Teleskop bis zu sechs Milliarden Jahre zurückblicken. So soll sichtbar werden, wie das Universum damals aussah - und wie es heute aussieht.

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