RKI: Schon etwa 1.440 Hitzetote in Bayern

Das ist ein Mehrfaches der Werte aus den vergangenen Jahren – jeweils für das ganze Jahr. Andere Bundesländer hat es aber noch härter getroffen.
AZ/dpa |
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Der heiße Sommer hat schon zu vielen Todesfällen geführt. (Symbolbild)
Der heiße Sommer hat schon zu vielen Todesfällen geführt. (Symbolbild) © Sven Hoppe/dpa

München/Berlin - In Bayern sind nach Schätzung des Robert Koch-Instituts im laufenden Jahr schon rund 1.440 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben. Zum Vergleich: 2025 waren es im gesamten Jahr 490 Menschen – und auch in den neun Jahren davor lagen die Werte nie auch nur annähernd so hoch wie in diesem Jahr. Betroffen sind besonders ältere Menschen. 

Die aktuelle Zahl liegt um rund 150 über dem vor einer Woche ermittelten Wert. Das Robert Koch-Institut weist aber selbst darauf hin, dass die Schätzung eine große Spannbreite hat: Sie reicht für Bayern von 950 bis 1.910. Aktuell geht sie bis Kalenderwoche 31 – also bis zum 2. August. Da der Sommer noch nicht vorbei ist, kann die Zahl noch steigen. 

Bayern liegt bundesweit im Mittelfeld

Bayern ist der Schätzung zufolge aber weniger stark betroffen als andere Bundesländer. In Baden-Württemberg waren es trotz der niedrigeren Bevölkerungszahl laut RKI-Schätzung 2.680 Fälle, im sehr viel kleineren Rheinland-Pfalz 1.600 und in Nordrhein-Westfalen sogar 2.710 - dabei dürfte aber auch die dort größere Bevölkerung einer Rolle spielen. 

Betrachtet man die geschätzten Hitzetoten pro 100.000 Einwohnern, liegt der Freistaat mit einem Wert von 10,8 im Mittelfeld. Im Saarland ist der Wert mit 43,4 am höchsten, in Schleswig-Holstein mit 2,3 am niedrigsten. 

Oft Kombination mit Vorerkrankungen

Bundesweit geht das RKI von bislang 12.500 hitzebedingten Sterbefällen aus. Auch das ist ein Mehrfaches der Werte aus den Vorjahren. Viele Todesfälle gehen auf die besonders heiße Woche vom 22. bis 28. Juni zurück. In der letzten Juniwoche hatte es eine außergewöhnlich intensive und anhaltende Hitzewelle mit regional über 40 Grad gegeben. Mehrfach waren Temperaturrekorde gebrochen worden.

Als hitzebedingte Sterbefälle gelten nicht nur solche, bei denen die Hitzeeinwirkung – etwa bei einem Hitzeschlag – den Tod unmittelbar ausgelöst hat. In den meisten Fällen führe eine Kombination aus Vorerkrankungen und Hitze zum Tod, hieß es. Auf dem Totenschein werde zumeist nicht die Hitze als Todesursache vermerkt. Daher stellt das RKI statistische Berechnungen zu den Hitzetoten an.

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