Riesen-Wirbel um neues Werbeplakat der Stadt!

Nicht nur die CSU stört sich an der mit einer Burka verhüllten Frau - nur ein Missverständnis? Was halten Sie von dem Motiv?
| Abendzeitung
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Multi-Kulti-Idyll mit Frau in UNO-geächteter Voll-Verschleierung.
bayernpress.com 3 Multi-Kulti-Idyll mit Frau in UNO-geächteter Voll-Verschleierung.
Daumen runter für ein „politisches Signal zur Unterdrückung der Frauen“: CSU-Fraktionschef Michael Frieser und Stadträtin Ulrike Hölldobler-Schäfer vor dem umstrittenen Plakat des Amts für Internationale Beziehungen.
bayernpress.com 3 Daumen runter für ein „politisches Signal zur Unterdrückung der Frauen“: CSU-Fraktionschef Michael Frieser und Stadträtin Ulrike Hölldobler-Schäfer vor dem umstrittenen Plakat des Amts für Internationale Beziehungen.
Versteht die Aufregung nicht: Norbert Schürgers.
Berny Meyer 3 Versteht die Aufregung nicht: Norbert Schürgers.

Nicht nur die CSU stört sich an der mit einer Burka verhüllten Frau - nur ein Missverständnis? Was halten Sie von dem Motiv?

NÜRNBERGNürnberg – die Stadt der Menschenrechte. Auch die der Frauenrechte? Ausgerechnet das sonst so integrationsbedachte Amt für Internationale Beziehungen wirbt seit kurzem mit einem Comic-Plakat, auf dem eine komplett verschleierte Frau zu sehen ist – nur ein kleiner Sehschlitz bleibt ihr noch...

Klar, dass im Rathaus das Burka-Bild jetzt hohe Wellen schlägt. „Das ist ein eindeutiges politisches Signal für die Unterdrückung der Frauen“, ärgert sich CSU-Fraktionschef Michael Frieser über die neue Werbe-Kampagne. „Ich habe nichts gegen eine bunte Gesellschaft. Und es ist auch richtig, dass auf dem Plakat Menschen aller Hautfarben abgebildet sind. Aber wenn eine Frau in einem Tschador im Zentrum steht, ist das ein falsches Symbol.“

In die gleiche Kerbe schlägt auch Friesers Partei-Kollegin, Stadträtin Ulrike Hölldobler-Schäfer: „Für mich hat dieses Bild eine ganz bestimmte Aussage: Jeder kann zu uns kommen und muss sich nicht integrieren, sondern kann seine kulturellen Gepflogenheiten einfach weiterleben“, ärgert sie sich.

„Das ist ein Frauenbild, das sicher nicht das unsrige ist“

Gepflogenheiten wie eben jene Burka, die von der UNO geächtete Voll-Verschleierung, in die islamische Fundamentalisten ihre Ehefrauen und Töchter zwingen. „Das ist ein Frauenbild, das sicher nicht das unsrige ist“, stellt Hölldobler-Schäfer klar. Und weiter: „Ich bin schon öfters auf die verschleierte Frau angesprochen worden. Das hat eine negative Wirkung auf die Nürnberger.“

Norbert Schürgers, Chef des Amts für Internationale Beziehungen und Urheber des Plakats, hat dagegen ganz andere Erfahrungen gemacht: „Wir haben bislang von den Leuten 95 Prozent positive Reaktionen bekommen.“ Die Aufregung der CSU versteht er nicht: „Wenn durch das Plakat das Missverständis aufgekommen ist, wir würden so eine Frauenunterdrückung gutheißen, bedauere ich das. Aber man kann die Augen nicht davor verschließen, dass in arabischen Ländern die Frauen verschleiert herumlaufen.“

Aber bitte nicht in Nürnberg, heißt es dazu bei der CSU. „Das ist eine naive Multikulti-Vorstellung“, betont Frieser. Er nimmt dabei auch OB Ulrich Maly, dem das Amt für Internationale Beziehungen direkt untersteht, in die Pflicht: „Ich verstehe nicht, wie dem OB so etwas durchrutschen konnte.“

Alles Quatsch, findet freilich Schürgers. „Nur weil der Inder auf dem Plakat einen Turban trägt, wollen wir ja nicht gleich alle Nürnberger turbanisieren.“ kk

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren