Remis im Endspiel!

Das 0:0 gegen Mainz hilft dem Karnevalsverein mehr als dem Club. Hoffnung auf Europa League noch nicht aufgegeben
| dpa
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Frust beim Club-Trainer Dieter Hecking über das 0:0 gegen Mainz. Ein Sieg hätte das Tor nach Europa weit aufgestoßen.
Wolfgang Zink Frust beim Club-Trainer Dieter Hecking über das 0:0 gegen Mainz. Ein Sieg hätte das Tor nach Europa weit aufgestoßen.

Europa ade? Nicht beim 1. FC Nürnberg. Die fade Nullnummer im „Endspiel“ um den fünften Bundesliga-Platz gegen den FSV Mainz 05 war alles andere als eine Empfehlung für die internationale Fußball-Bühne, doch der „Club“ gibt den Kampf nicht auf. „Es ist alles noch möglich“, sagte Trainer Dieter Hecking und dachte bereits an das Gastspiel am Samstag bei Fast-Meister Borussia Dortmund: „Gerade an den letzten Spieltagen kann es unerwartete Ergebnisse geben. Da spielen die Nerven eine Rolle. Wir freuen uns auf die Borussia. Vielleicht können wir am Samstag Spielverderber
sein.“

FCN-Kreativzentrale außer Betrieb

Um den Borussen die vorzeitige Meisterfeier zu vermasseln, muss
sich der FCN allerdings gewaltig steigern. Mit einem Auftritt wie
gegen Mainz haben die Franken in der Europa League nichts zu suchen.
Mangels spielerischer Klasse besaß der FCN in der langweiligen
Partie nur eine einzige Torchance, als Ekici (20.) einen Freistoß an
den linken Außenpfosten des Mainzer Gehäuses setzte. Gleich drei
hochkarätige Möglichkeiten hatte dagegen Mainz, die beste vergab
André Schürrle (69.).

   Der Club vergab mit dem dritten Heimspiel der Saison ohne
eigenes Tor die Riesenchance, die Weichen nachdrücklich auf die
erste Europapokal-Teilnahme seit dem UEFA-Cup-Abenteuer 2007/2008 zu
stellen. „Wir haben uns immer wieder im engmaschigen Netz der
Mainzer verfangen, konnten nicht den Druck wie in den letzten
Heimspielen entfachen und haben nach vorne zu unsauber gespielt“,
analysierte Nürnbergs Trainer Hecking.

   Die Europa League und den historischen Platz fünf, den man
zuletzt vor 23 Jahren innehatte, haben die Franken nicht
abgeschrieben. „Wir müssen nicht jetzt, sondern am letzten Spieltag
Fünfter sein“, betonte Mittelfeldspieler Jens Hegeler. „Wir müssen
darauf hoffen, dass Mainz Fehler macht. Dann müssen wir da sein“,
meinte Ilkay Gündogan. Torwart Raphael Schäfer will schon am Samstag
in Dortmund einen neuen Angriff starten: „Wir haben nichts zu
verlieren, aber auf Dortmund lastet ein großer Druck“.

Mainz will "Platz fünf verteidigen"


   Mit neuer Taktik hielten die Mainzer den „Club“ auf Distanz. Der
FCN war mit der kompakten und taktisch disziplinierten Spielweise
des Gegners völlig überfordert, zumal die Kreativzentrale mit Ekici
und dem später eingewechselten Gündogan außer Betrieb war. „Wir
haben sehr nüchtern statt ungezügelt nach vorne gespielt“, stellte
FSV-Trainer Thomas Tuchel nach dem gelungenen Systemwechsel
zufrieden fest: „Der Punkt ist absolut verdient. Damit können wir
gut leben“.

   Tuchel macht auch ohne das E-Wort aus dem Saisonziel der Mainzer
kein Geheimnis mehr. „Dass wir Platz fünf verteidigen wollen,
versteht sich von selbst“, sagte der Coach. „Wir wollen nicht bei 49
Punkten aufhören und können jetzt mit einem sehr angenehmen Druck
weitermachen“, betonte Manager Christian Heidel mit Blick auf das
Derby am Samstag gegen Eintracht Frankfurt.

   Die brisanteste Szene des faden Duells gab es in der
Nachspielzeit. FSV-Torwart Christian Wetklo rettete mit der Hand
knapp außerhalb des Strafraums – Schiedsrichter Manuel Gräfe
entschied aber nicht auf Rot und Freistoß. „Es ist extrem schwer zu
beurteilen. Wir hatten in dem Fall das Glück des Tüchtigen. Sonst
gibt es Freistoß und zwingend Rot“, sagte Tuchel. Kollege Hecking
wollte sich mit der Situation erst gar nicht aufhalten.

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