Reisinger tritt bei 1860 München als Aufsichtsrat zurück

Eine Woche nach der lange erwarteten Zahlung von Investor Hasan Ismaik tritt Robert Reisinger beim TSV 1860 München als Aufsichtsrat zurück. Er kritisiert Ismaiks «Zögern bis auf den letzten Drücker».
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Der kommissarsiche Präsident des langjährigen Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München, Robert Reisinger. Foto: Sven Hoppe/Archiv
dpa Der kommissarsiche Präsident des langjährigen Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München, Robert Reisinger. Foto: Sven Hoppe/Archiv

München (dpa/lby) - Im Zusammenhang mit der jüngsten Zahlung des umstrittenen Investors Hasan Ismaik tritt Robert Reisinger aus dem Aufsichtsrat der GmbH & Co. KGaA des Fußball-Drittligisten TSV München 1860 zurück. Der 54-Jährige bleibt aber Präsident des e.V. Wie Reisinger am Dienstag mitteilte, legt er seinen Posten in dem Kontrollgremium zum 31. Januar des kommenden Jahres nieder.

In Abstimmung mit dem Verwaltungsrat werde das Präsidium Sebastian Seeböck als seinen Nachfolger bestellen. Reisinger will sich künftig auf seine Rolle als Vertreter in der Geschäftsführungs-GmbH und als Beirat beschränken.

Erst in der vergangenen Woche war Peter Cassalette aus dem Aufsichtsrat zurückgetreten. Der ehemalige Vereinspräsident vertrat in dem Kontrollgremium neben Ismaiks Sprecher Saki Stimoniaris die Investorenseite.

Reisinger zeigte sich erleichtert über die von Ismaik "lange versprochenen Gelder in einer ersten Tranche". Nicht nachvollziehen könne er "hingegen die Form der Umsetzung dieser Maßnahme und das erneute Zögern bis auf den letzten Drücker. Ich habe mein Unverständnis darüber gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden zum Ausdruck gebracht", schrieb Reisinger.

Nach Ansicht des Präsidiums der Geschäftsführung der GmbH & Co. KGaA sei es nicht mehr zumutbar, "einen wirtschaftlichen Balanceakt mit persönlichem Risiko zu vollführen, weil ein Gesellschafter hoch pokert". Daher soll künftig für den Profifußball "nur noch mit nachgewiesenen und tatsächlich eingegangenen Mitteln" geplant werden. "Genussscheine, Darlehen und vergleichbare Finanzierungsformen können auf Grund der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens künftig nicht mehr akzeptiert werden."

Reisinger erhofft sich nun, dass er nach dem Abstreifen seiner Doppelrolle "die Gesellschafterinteressen des Vereins in solchen Fragen auch nach außen hin" klarer vertreten kann.

Der Jordanier Ismaik hatte beim TSV 1860 in der vergangenen Woche eine notwendige Zahlung geleistet. Der Traditionsverein hatte beim DFB für die Drittliga-Lizenz ein Budget angegeben, die Liquidität bis zu dem Eingang der Summe aber nicht nachgewiesen. Berichten zufolge stand 1860 sogar vor Punktabzügen oder einer Geldstrafe.

Ismaik ist Mehrheitseigner der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) bei den "Löwen", die Mehrheit der Stimmen liegt jedoch beim Verein. Das missfällt dem machtbewussten Investor schon lange.

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