Rattengift in Babynahrung – Polizei sucht Erpresser

Noch immer wird in Österreich ein verdächtiges Glas gesucht. Wie kam das Gift in die Babynahrung? Die Polizei ermittelt wegen versuchter Erpressung.
dpa |
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Die Polizei in Österreich sucht nach einem möglicherweise mit Gift verseuchten zweiten Glas mit Babynahrung. (Symbolbild)
Die Polizei in Österreich sucht nach einem möglicherweise mit Gift verseuchten zweiten Glas mit Babynahrung. (Symbolbild) © Tobias Steinmaurer/APA/dpa
Wien/Ingolstadt

Eltern sind in Sorge und die Polizei sucht unter Hochdruck nach dem mutmaßlichen Erpresser des Babykostherstellers Hipp: Die Kriminalpolizei Ingolstadt ermittelt nach dem Fund von Rattengift in Babynahrung gegen Unbekannt, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitteilte. Bei der Kripo sei eine Ermittlungsgruppe namens "Glas" eingerichtet worden.

"Hipp ist Opfer einer Erpressung", teilte das Unternehmen selbst im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm mit. "Der Erpresser hat uns eine Nachricht an ein unpersonalisiertes Sammelpostfach geschickt, welches im Rahmen unserer Standardprozesse in größeren zeitlichen Abständen gesichtet wird." 

Was wollten der oder die Erpresser?

Den Inhalt der Erpresser-E-Mail und was konkret gefordert wurde, teilten weder Hersteller noch Polizei mit. "Wir stehen in engem Austausch mit dem Konzern - und auch mit den benachbarten betroffenen Ländern", sagte eine Polizeisprecherin lediglich. 

Am Wochenende war ein mit Rattengift verseuchtes Glas "Karotten mit Kartoffeln" 190 Gramm der Firma Hipp im Bundesland Burgenland in Österreich sichergestellt worden. Zumindest zwei solch manipulierter Gläser sollen in dieser Region in Umlauf gebracht worden sein - eines wird nun noch gesucht. Das Unternehmen teilte weiter auf seiner Homepage mit: "Unmittelbar nach Kenntnisnahme haben wir sofort die zuständige Polizei und Behörden informiert und einen internen Krisenstab eingerichtet." 

Suche nach möglichem Glas mit Gift - "alle Hebel in Bewegung"

In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden laut Polizei insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser entdeckt. Laboruntersuchungen ergaben, dass diese Rattengift enthielten. In Deutschland wurden keine mit Gift verunreinigten Gläser gefunden. 

Die Polizei in Österreich suchte auf Hochtouren nach dem weiteren möglicherweise vergifteten Glas. "Wir setzen alle Hebel in Bewegung und haben nun auch Kontakt zu Kindergärten und Pflegeeinrichtungen aufgenommen", sagte eine Sprecherin der Polizei im Bundesland Burgenland. 

Gutachten soll Dosis von Rattengift bestimmen

Die Staatsanwaltschaft in Österreich ermittelt nach eigenen Aussagen wegen "vorsätzlicher Gemeingefährdung". Nachdem laut einem vorläufigen toxikologischen Gutachten Rattengift in einem sichergestellten Glas festgestellt wurde, folgt nun eine genauere Untersuchung. Dabei werde es um die Dosis gehen - und wie gefährlich das Rattengift beim Verzehr gewesen wäre, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Burgenland.

Laut Polizei können manipulierte Gläser an einem beschädigten Deckel oder am Fehlen des Plopp-Lautes beim Öffnen erkennbar sein. Zudem sollen sie einen weißen Aufkleber mit rotem Ring am Glasboden haben. Bei Auffälligkeiten an den Babykost-Gläschen sollte der Inhalt nicht verzehrt und umgehend die Polizei verständigt werden, mahnten die Beamten.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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