Quarantäne für Rückkehrer aus Risikogebieten angeordnet

Die Ausbreitung des Coronavirus zwingt die Behörden zu bisher nicht gekannten Maßnahmen - auch in Bayern. Zur Eindämmung der Epidemie verschärft das Gesundheitsministerium in München die Regeln für Rückkehrer aus Risikogebieten. Und der Ministerpräsident fordert Hilfen für die Wirtschaft.
| dpa
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Melanie Huml (CSU), Gesundheitsministerin von Bayern.
Matthias Balk/dpa/Archivbild Melanie Huml (CSU), Gesundheitsministerin von Bayern.

München (dpa/lby) - Zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus an Schulen und Kindertagesstätten verschärft das bayerische Gesundheitsministerium die Regeln. Laut einer sogenannten Allgemeinverfügung dürfen Schüler und Kindergartenkinder nach einer Rückkehr aus Risikogebieten - wie zum Beispiel Südtirol - ab sofort für 14 Tage nicht in die Schule beziehungsweise in eine entsprechende Betreuungseinrichtung. Dies teilte das Ministerium am Samstag mit. Die Entscheidung sei im Einvernehmen mit dem Kultus- und dem Familienministerium getroffen worden, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU).

Südtirol war vom Robert Koch-Institut (RKI) als Risikogebiet eingestuft worden. In Italien gehören dazu außerdem die Region Emilia-Romagna, die Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien.

In der Allgemeinverfügung heißt es: "Schülerinnen und Schüler sowie Kinder bis zur Einschulung, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet (...) aufgehalten haben, dürfen für einen Zeitraum von 14 Tagen seit Rückkehr aus dem Risikogebiet keine Schule, Kindertageseinrichtung, Kindertagespflegestelle oder Heilpädagogische Tagesstätte betreten."

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums betonte, dass die Anordnung nicht befristet sei. Bei einer neuen Risikoeinschätzung werde die Verfügung gegebenenfalls aufgehoben.

Bayernweit registrierte das Gesundheitsministerium am Freitag 29 neue Infektionen mit dem Virus, mehr als die Hälfte davon in Oberbayern. Neuere Zahlen lagen am Samstag zunächst nicht vor.

Seit dem 26. Februar gab es somit 102 neue Fälle im Freistaat. Bislang sind in Bayern damit mindestens 116 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Die ersten 14 Infizierten, die allesamt mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens in Zusammenhang standen, gelten als auskuriert.

Unterdessen fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder von der Bundesregierung ein Konzept zum Schutz der deutschen Wirtschaft. "Es darf aus dem Coronavirus keine zweite Finanzkrise entstehen. Wir wollen keinen Coronaschock für die deutsche Wirtschaft", sagte Söder der Deutschen Presse-Agentur in München. Dazu zählten Bürgschaften, Steuerstundungen und "ganz wichtig" Kurzarbeitergeld. "Das ist nötig damit es nicht zu erheblichen Schäden in der deutschen Wirtschaft kommt." Auch wenn sich das Coronavirus weiter in Deutschland ausbreite, müsse die Wirtschaft am Laufen gehalten werden.

Angesichts des sich auch in Bayern ausbreitenden neuartigen Coronavirus fordert die Landtags-SPD die Einrichtung regionaler Testzentren. Diese sollten möglichst in jedem Landkreis des Freistaats eingerichtet werden, sagte die Gesundheitsexpertin der SPD-Landtagsfraktion, Ruth Waldmann.

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