Prüfungsstau bei Fahrschulen bis 2022

In den Fahrschulen Bayerns herrscht Prüfungsstau. Sowohl für Fahranfänger als auch für Fahrlehrer ist zunehmend Geduld gefragt. Schuld ist die Corona-Pandemie aber nicht allein.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Artikel empfehlen
Ein Schild mit der Aufschrift "Fahrschule" ist auf einem Auto befestigt.
Ein Schild mit der Aufschrift "Fahrschule" ist auf einem Auto befestigt. © Swen Pförtner/dpa/Symbolbild
München

Der durch die Corona-Pandemie mitverursachte Prüfungsstau in Bayerns Fahrschulen wird voraussichtlich bis ins kommende Jahr anhalten. Bis er abgearbeitet sei, könnte es nach Angaben des Tüv Süd noch sechs bis acht Monate dauern. "Während der beiden Lockdowns im vergangenen Jahr und in diesem Jahr durften Fahrschüler nicht ausgebildet werden und konnten somit auch nicht geprüft werden", sagte ein Sprecher der Prüfstelle.

Viele Fahrschüler müssen derzeit sehr viel länger auf die praktische Prüfung warten. Derzeit sind es bis zu vier Wochen, manchmal bis zu sechs Wochen. Vor der Pandemie lag die durchschnittliche Wartezeit laut Tüv noch bei ein bis drei Wochen. Das hat laut dem Vorsitzenden des Landesverbands Bayerischer Fahrlehrer, Jürgen Kopp, zwei mögliche Gründe: "Die einen sagen, die Verlängerung der Prüfzeit ist schuld. Die anderen sagen, Corona ist schuld. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit, wie so oft im Leben, irgendwo in der Mitte."

Seit Einführung der Optimierten Praktischen Fahrerlaubnisprüfung zum Jahresbeginn dauern Fahrprüfungen statt 45 nun 55 Minuten. Deshalb könne ein Prüfer statt elf nur noch neun Prüfungen pro Tag abnehmen. Eine kurzzeitige Rückkehr zum alten System hält Kopp aber für keine gute Idee: "Das ganze Meldesystem müsste neu programmiert werden". Dies würde seiner Meinung nach mehr Schaden als Nutzen anrichten.

Man sei jedoch auf einem guten Weg. Der Tüv Süd hat nach eigenen Angaben schon 2020 auf die Situation reagiert, indem er neue Mitarbeiter eingestellt und zusätzliche Prüftermine an Samstagen angeboten hat, um die Zahl der Abnahmen zu erhöhen. Seit dem Wiederanlauf im vergangenen März konnte die Zahl der durchgeführten Fahrerlaubnisprüfungen monatlich um rund 15 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum vor der Pandemie erhöht werden. Neue Prüfer auszubilden, um den Prüfungsstau schneller abzubauen, würde Kopp zufolge den Fahrschulen derzeit wenig helfen, da eine Prüferausbildung in der Regel zweieinhalb bis drei Jahre dauert: "Wir müssen jetzt einfach versuchen, mit dem was wir haben, das Bestmögliche herauszuholen", so Kopp.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der abgelegten Fahrprüfungen bundesweit und in Bayern zurückgegangen. Rund 249.900 praktische Prüfungen zählte das Kraftfahrtbundesamt in Bayern. Das war ein Rückgang von knapp 13 Prozent im Vergleich zu 2019. Bundesweit lag der Rückgang im Vergleich zu 2019 laut Kraftfahrtbundesamt bei etwa 11 Prozent.

© dpa-infocom, dpa:210814-99-837576/2

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Artikel empfehlen