Prozess startet: Streit um Verkauf von Flaschenbier im Münchner Univiertel

Müll und lärmendes Partyvolk ärgern die Anwohner im Münchner Univiertel. Die Stadt hat ein Bierverkaufsverbot angedroht. Doch darf sie das überhaupt verhängen?
AZ/dpa |
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Das Verbot, um das es vor Gericht geht, war im vergangenen Jahr kassiert worden.
Das Verbot, um das es vor Gericht geht, war im vergangenen Jahr kassiert worden. © Felix Hörhager/dpa

Ein Wegbier zu vorgerückter Stunde? Eine Tüte Chips nach Ladenschluss? Das Verwaltungsgericht München beschäftigt sich am heutigen Dienstag mit einem nächtlichen Verkaufsverbot im Münchner Univiertel. Das hatte die Stadt 2025 verhängt, entsprechende Bescheide an mehrere Kioskbetriebe in der Gegend verschickt und diese aufgefordert, mit Aushängen auf das Verbot von Flaschenbieren zwischen 22 Uhr und 5 Uhr hinzuweisen.

Zwar hat die Stadt das Verbot zwischenzeitlich kassiert – aber nach Anwohnerbeschwerden über Lärm und Müll auch schon wieder angedroht. Insofern dürften nicht nur die Betreiber, die gegen die Bescheide von 2025 geklagt haben, gespannt auf die beiden Verhandlungen am Verwaltungsgericht blicken, sondern auch die feierfreudigen Studenten und jungen Leute, die sich rund um ihre Hochschulen zu später Stunde mit Bier eindecken wollen. Vier Klagen werden dort verhandelt. Die Gegend rund um die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in der Nähe des Englischen Gartens ist ein beliebtes Ausgehviertel mit vielen Kneipen und Gaststätten.

Massive Beschwerden erreichten die Stadt

Die Stadt hatte massive Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern über nächtlichen Lärm, wildes Urinieren in Hauseingängen und Hinterhöfen sowie Glasscherben rund um Kioske und Gaststätten zuletzt zum Anlass genommen, das zurückgenommene Verbot wieder anzudrohen: "Sollte bis Mitte Juli keine deutliche Veränderung spürbar sein, sind wir gezwungen, das Verkaufsverbot für Flaschenbier wieder ab 22 Uhr zu verhängen", sagte Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne).

Rund um die Münchner Uni hinterlassen Feiernde Müll.
Rund um die Münchner Uni hinterlassen Feiernde Müll. © Felix Hörhager/dpa

Zum Start der Freiluftsaison in diesem Jahr hatten sich alle betroffenen Betriebe nach Angaben der Stadt freiwillig dazu verpflichtet, nach Mitternacht kein Flaschenbier oder Alkohol-to-go zu verkaufen. Plakate appellierten zudem an die Feiernden, Toiletten und Mülleimer zu benutzen und nach 22 Uhr auf die eigene Lautstärke zu achten. Wirklich viel gebracht hatte das aber zunächst nichts.

Dass das Ganze in München – anders als in vielen anderen deutschen Großstädten - überhaupt ein Thema ist, hat mit dem bayerischen Ladenschlussgesetz zu tun. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern gibt es hier keine Spät-Kioske, meist "Späti" genannt. Geschäfte müssen in der Regel um 20 Uhr schließen. Nur wer parallel eine Gaststätte betreibt, darf auch zu späterer Stunde neben Essen und Trinken aus dem Lokal auch Flaschenbier, alkoholfreie Getränke sowie Tabak- und Süßwaren verkaufen, in begrenzter Auswahl.

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  • Adriana vor 16 Minuten / Bewertung:

    überall im uni -viertel lassen sich morgens flaschen, pizzakartons und anderer müll finden. wer behauptet es wäre besser geworden lügt; ganz im gegenteil! der schöne kiez um die türken- und schellingstrasse leidet massiv.

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  • Leserin21 vor 2 Stunden / Bewertung:

    Es wird höchste Zeit, dass sich die Stadt mal richtig um das Problem kümmert. Die jungen Leute werden es anders wohl kaum lernen, dass man auch und gerade in einer Großstadt auf seine Mitmenschen mehr Rücksicht nehmen muss. In Japan wäre diese Mischung aus Lärmbelästigung und Verschandelung der Straßen mit Flaschen und Plastikbechern undenkbar. Ist schon lustig, dass jetzt grad alle da hin düsen, weil sie es dort so toll finden, sich aber zu Hause weiter aufführen wie die Axt im Walde.

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