Prozess um Rote Bete in Biofleisch - Verfahren eingestellt

Das rötliche Gemüse soll Biofleisch eine leckere Farbe geben, aber darf sie das? Damit hat sich das Verwaltungsgericht in München befasst - allerdings nur kurz.
dpa |
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Hat Rote Bete etwas in Fleischerzeugnissen zu suchen? Das muss nun ein Gericht entscheiden. (Illustration)
Hat Rote Bete etwas in Fleischerzeugnissen zu suchen? Das muss nun ein Gericht entscheiden. (Illustration) © picture alliance / Holger Hollemann/dpa
München

Ein Prozess um die Frage, ob Rote Bete in Fleischprodukten verwendet werden darf, ist zu einem schnellen Ende gekommen. Ein behördlicher Bescheid, wonach ein Bio-Fleischbetrieb gegen das Verbot nicht zugelassener Lebensmittelzusatzstoffe verstößt, wenn Wurstbrät mit Rote-Bete-Saft oder -Pulver gemischt wird, wurde aufgehoben. Das Verfahren wurde damit eingestellt - und der Betrieb darf das rote Gemüse vorerst verwenden.

Bayerisches Fleischhandwerk gespannt 

Der Landesinnungsverband für das bayerische Fleischerhandwerk hatte gespannt auf das Verfahren geblickt, wie die stellvertretende Geschäftsführerin Svenja Fries sagte. Ihren Angaben zufolge wird Rote Bete in der Fleischproduktion etwa als natürlicher Farbstoff eingesetzt.

Vor allem im Biobereich werde das Gemüse als Nitratersatz eingesetzt. Denn Rote Bete enthält viel Nitrat, das sich zu Nitrit abbauen kann – und dieses wird für die sogenannte Umrötung benötigt. Ohne die Zugabe von Nitrit, das sonst vor allem in Form von Nitritpökelsalz zugesetzt wird, wären Fleischerzeugnisse grau – und nicht rot oder rosa.

Weil der Zusatz dieses Salzes bei einigen Bio-Anbauverbänden nicht zugelassen ist, behelfen sich manche Hersteller mit der Zugabe von Gemüsepulver und geben das Nitrat so auf natürliche Weise zu.

EU senkte Grenzwerte

Erst im vergangenen Jahr hat die EU die Grenzwerte für die Zugabe von Nitrit und Nitrat zu Fleischerzeugnissen nach Angaben des Landesinnungsverbandes gesenkt. "Damals wurde auch diskutiert, ob man die Zugabe komplett verbieten sollte", sagte Fries. "Ohne die Zugabe von Nitrit würde es unsere traditionellen Wurstwaren somit aber nicht mehr geben, da es zu keiner Umrötung und somit Pökelfarbe kommen würde." 

Es gebe mehrere Projekte, wie man zukünftig mit weniger oder sogar ganz ohne Nitrit sichere und optisch typische Wurstwaren herstellen könne. "Hier ist eine Option die Zugabe von Gemüsepulvern."

Bundesverwaltungsgericht urteilte vor rund zehn Jahren

Schon Ende 2015 hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig sich mit einer ähnlichen Frage befasst: Die Leipziger Richter erklärten bestimmte Gemüseextrakte in Bio-Wurst für unzulässig (Az.: BVerwG 3 C 7.14). Sie stuften die Gemüseextrakte als Lebensmittelzusatzstoffe ein. Sie würden der Wurst aus "technologischen Gründen" zugesetzt und seien keine normalen, "üblicherweise" verzehrten Lebensmittel, so die Entscheidung.

Auch wenn das Münchner Gericht das Verfahren eingestellt hat, ist die Sache wohl noch nicht vorbei. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) will prüfen, ob das vom Kläger angewandte Verfahren "im Einklang mit europarechtlichen Vorgaben steht", wie eine Sprecherin des Verwaltungsgerichts mitteilte.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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