Prozess: Junge Rumänin mutmaßlich zur Prostitution gezwungen

Bedroht, geschlagen, zur Prostitution gezwungen: Eine 19-Jährige soll monatelang gelitten haben, bis ihr die Flucht in eine Tankstelle gelingt. Nun steht der mutmaßliche Täter in Nürnberg vor Gericht.
dpa |
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Ein Mann steht in Nürnberg wegen des Vorwurfs der schweren Zwangsprostitution vor Gericht. (Archivbild)
Ein Mann steht in Nürnberg wegen des Vorwurfs der schweren Zwangsprostitution vor Gericht. (Archivbild) © Daniel Karmann/dpa
Nürnberg

Am Landgericht Nürnberg-Fürth muss sich ein Mann verantworten, der eine 19-jährige Rumänin mit Gewalt zur Prostitution in Deutschland gezwungen haben soll. Die junge Frau habe gegen ihren Willen täglich mit durchschnittlich acht Männern käuflichen Sex haben müssen, heißt es in der Anklage der Staatsanwaltschaft. Die Einnahmen musste die Frau an den Angeklagten abgeben. Ein Komplize steht wegen Beihilfe vor Gericht. 

Die Frau sei bedroht, geschlagen, getreten, bespuckt und an den Haaren gezogen worden, um sie gefügig zu machen, heißt es in der vor Gericht verlesenen Anklage weiter. Zudem sei ihr gedroht worden, ihre Beine zu brechen. Auch Gewalttaten gegen ihr bekannte Kinder in Rumänien seien angedroht worden. 

Zur Prostitution überredet - dann gezwungen

Zunächst sei die Frau überredet worden, sich in Deutschland und Österreich zu prostituieren. An den Vorbereitungen seien mehrere Mitglieder der Familie und des Umfeldes des Angeklagten beteiligt gewesen. 

Als die 19-Jährige aber die Arbeit in der Rotlichtbranche nicht verrichten wollte, sei sie mit Gewalt gezwungen worden, heißt es in der Anklage. Die Staatsanwaltschaft sieht darin einen besonders schweren Fall von Zwangsprostitution.

Flucht in Tankstelle

Nach monatelangem Martyrium habe die Frau schließlich die Flucht in eine Tankstelle ergriffen und sich in einer Toilette eingeschlossen. Die herbeigerufene Polizei konnte den Angeklagten festnehmen, als er auf der Suche nach der Frau war. 

Die 1. Strafkammer beim Landgericht Nürnberg-Fürth hat für den Prozess sechs Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil könnte am 21. August gesprochen werden.

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