Protest legt Brenner lahm – Lkws müssen an Österreich-Grenze umkehren

Der wichtige Alpenpass ist dicht, bis zum Abend geht nichts mehr. Alle Straßen im Brenner-Korridor sind wegen einer Demonstration gesperrt. Lastwagen mussten schon an der Grenze zu Tirol umkehren.
AZ/dpa |
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Lastwagen mussten an der Grenze umdrehen.
Lastwagen mussten an der Grenze umdrehen. © Felix Hörhager/dpa
Kufstein

Wegen der Komplett-Sperre des Brennerpasses hat die Tiroler Polizei kommende Lastwagen gleich nach der Grenze bei Kufstein ausgeleitet und nach Deutschland zurückgeschickt. Das teilte ein Sprecher der Polizei in Tirol auf Anfrage mit.

Lastwagen im Transitverkehr dürften während der Brenner-Sperre gar nicht erst nach Tirol einreisen. Die Fahrer würden deshalb kontrolliert und bei geplantem Transit gleich an der Grenze zurückgewiesen. Damit soll verhindert werden, dass sich auf den Zufahrtsstrecken und Autobahnen lange Staus bilden.

Teils scheine es zu Diskussionen zwischen Lkw-Fahrern und Grenzbeamten zu kommen, was den Verkehr etwas aufstaue, sagte eine ADAC-Sprecherin. Größere Zwischenfälle wurden aber nicht bekannt. 

Ausflugsverkehr bleibt weitgehend aus

Staus auf der bayerischen Seite blieben aus, der Verkehr lief. "Es ist recht ruhig", sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Auch der Ausflugsverkehr blieb trotz des letzten sommerlichen Tages vor den vom Deutschen Wetterdienst angekündigten Gewittern weitergehend aus. 

Die Polizei hatte dazu aufgerufen, Tirol während der Sperre weiträumig zu umfahren. Damit soll ein Verkehrschaos am zweiten Pfingstferien-Wochenende vermieden werden – das in der Regel sonst ohnehin sehr staugefährdet ist. 

Die Komplett-Sperre des Brennerpasses für den Transitverkehr ist seit 11.00 Uhr in Kraft. Sie dauert auf österreichischer Seite bis 19.00 Uhr, auf italienischer Seite bis 20.00 Uhr. Sie gilt nicht nur für die Autobahn, sondern auch für sämtliche Nebenstrecken. Anlass der Sperre ist eine Protestaktion auf der Brenner-Autobahn. Bewohner demonstrieren gegen die Verkehrsflut. 

Fast elf Millionen Autos und rund 2,5 Millionen Lastwagen haben 2025 laut Autobahnbetreiber Asfinag die mautpflichtige Autobahn benutzt. Damit ist die Strecke die verkehrsreichste Nord-Süd-Verbindung der Alpen.

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