Private Bahnen kritisieren Baustellen-Management der DB

Private Bahnunternehmen werfen der Deutschen Bahn mangelnde Planung und schlechte Kommunikation beim Baustellen-Management vor. Was sie fordern und warum die Kritik jetzt besonders laut wird.
dpa |
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Baustellen sind nötig - müssten aber besser organisiert werden, fordern Westbahn und BRB. (Symbolbild)
Baustellen sind nötig - müssten aber besser organisiert werden, fordern Westbahn und BRB. (Symbolbild) © Daniel Vogl/dpa
München

Die privaten Eisenbahnunternehmen Westbahn und Bayerische Regiobahn (BRB) haben das Baustellen-Management der Deutschen Bahn massiv kritisiert. Planungschaos, mangelnde Zuverlässigkeit und miserable Kommunikation bei deren Infrastrukturtochter DB InfraGo beeinträchtigten schon jetzt den Zugverkehr in Südostbayern massiv, schimpften Westbahn-Geschäftsführer Thomas Posch und BRB-Chef Arnulf Schuchmann in München. 

Mit großer Sorge blicke man daher auf die anstehenden Generalsanierungen der Strecken Nürnberg-Regensburg-Passau und München-Rosenheim-Salzburg, die bis 2028 massive Auswirkungen auf die Fahrgäste haben werden. Viele zentrale Fragen seien noch völlig ungeklärt. Die Bahn hat sich noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

"Hilfeschrei"

"Da ist was richtig im Argen, das ist eigentlich ein Hilfeschrei", betonte Schuchmann. Posch schilderte diverse Situationen aus dem Betriebsalltag, die bei den Zuhörern Kopfschütteln auslösten. "Was am gravierendsten ist: Wir sind konfrontiert mit einer Welt, wo Kundeninformation ein Fremdwort ist." Was schon im Alltag gelte, sei im Zusammenhang mit Baustellen besonders drastisch. "Wir haben die Situation, dass wir Freitagnachmittag nicht wissen, wie am Samstagvormittag die Züge fahren, weil die Baustelleninformationen nicht vorliegen", machte Posch seinem Ärger Luft. 

Drei Forderungen 

Die beiden Unternehmen stellten daher drei Kernforderungen an die Verantwortlichen bei der Deutschen Bahn und ihrer Infrastrukturtochter. "Baustellen sind keine Überraschungseier. Wir brauchen mehr Vorlauf und weniger überhastete Maßnahmen und weniger Überraschungen", zählte Posch auf. Darüber hinaus sei Planungssicherheit essenziell. Und es müsse Schluss sein mit "Zuständigkeiten-Pingpong" - oft genug wisse die linke Hand bei der DB InfraGo nicht, was die rechte tue. 

Die Politik müsse unbedingt eingreifen, forderte Schuchmann. Die Bayerische Eisenbahn­ge­sell­schaft (BEG), die im Auftrag des Freistaats den Schienen­per­so­nen­nah­verkehr plant, finanziert und kontrolliert, sprang den beiden Betreibern zur Seite. "Die BEG kann den Unmut der Eisenbahnverkehrsunternehmen gut nachvollziehen und teilt die Kritik", hieß es auf Anfrage. Auch andere Eisenbahnverkehrsunternehmen in Bayern hätten in den vergangenen Monaten das Baustellenmanagement der DB InfraGo kritisiert.

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