Tegernseer Hausberg: Fahrt zum Wallberg ist jetzt so günstig wie sonst nie - was dahinter steckt

75 Jahre Wallbergbahn: Seit April 1951 bringen die Gondeln Hunderttausende Gäste hoch über den Tegernsee. Am kommenden Wochenende wollen die Verantwortlichen an die Anfänge erinnern und senken deswegen einmalig die Preise. So günstig kommt man sonst nie nach oben – und wieder runter.
von  Rosemarie Vielreicher
Mit der Wallbergbahn über dem Tegernsee: Zum 75-jährigen Jubiläum fährt die Seilbahn an einem Wochenende zu Preisen wie in den 1950er Jahren.
Mit der Wallbergbahn über dem Tegernsee: Zum 75-jährigen Jubiläum fährt die Seilbahn an einem Wochenende zu Preisen wie in den 1950er Jahren. © imago/Ulrich Wagner

Nostalgie für den Geldbeutel: Die Wallbergbahn am Tegernsee schraubt einmalig die Preise runter – und zwar auf das Niveau der 50er Jahre. Warum?

Die Seilbahn im Tegernseer Tal besteht heuer seit 75 Jahren. Deswegen will man im April an die Entstehungszeit erinnern.

Am kommenden Wochenende (18. und 19. April) "fahren wir zu den Preisen von damals", kündigt die Wallbergbahn in Rottach-Egern an. Deswegen kostet die Berg- und Talfahrt für Erwachsene an diesen Tagen nur 5 Euro, Kinder zahlen 3 Euro. "Entsprechend dem Preisniveau der 1950er-Jahre", heißt es auf der Homepage zu den Sonder-Tickets. Allerdings galten damals noch D-Mark.

Ein Blick auf die historische Preistafel

Eine historische Preistafel zeigt, dass einst für eine Berg- und Talfahrt 5 D-Mark fällig wurden. Für Kinder kostete es 3 D-Mark. Eine 10er-Mehrfahrtenkarte kostete demnach 40 Mark, die Fünfer-Karte 22,50 Mark.

Wer als Erwachsener nur den Berg rauf wollte, zahlte anno dazumal 3 Mark. Die Talfahrt allein kostete 2,50 Mark.

Zur Einordnung die Preise im Jahr 2026: Für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren kostet eine Berg- und Talfahrt normal 28 Euro, für Kinder 15 Euro. Pro Jahr fahren etwa 200.000 Gäste mit der Wallbergbahn.

Historische Aufnahmen zeigen die Anfänge der Wallbergbahn über dem Tegernsee.
Historische Aufnahmen zeigen die Anfänge der Wallbergbahn über dem Tegernsee. © Wallbergbahn

Zum diesjährigen 75. Jubiläum teilt eine Sprecherin der AZ mit: "Wir haben uns entschieden, das Jubiläum mit Themenmonaten zu feiern – so, dass das gesamte Jahr etwas Besonderes für verschiedene Geschmäcker bietet." Der April ist dem Thema "Zeitreise" gewidmet. Deswegen gibt es die historischen Preise nur einmalig.

Omas Kleiderschrank durchforsten: Weitere Nostalgie-Aktion im April

Im April gibt es noch eine weitere Nostalgie-Aktion: Am 25. und 26. April "erhalten unsere Gäste, die in historischer Wanderkleidung erscheinen, einen Rabatt auf die Berg- und Talfahrt". Zudem würden Berg- und Talstation mit Erinnerungsstücken aus den Anfangsjahren der Bahn dekoriert.

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Mit dem Gedanken einer Bahn auf den Wallberg (1722 Meter) spielte man schon in den 1920er Jahren, doch damals fehlte noch das nötige Geld.

Die Anfänge der Wallbergbahn

Vergessen waren die Pläne aber nicht. Auf der Seite der Wallbergbahn heißt es: "So blieb es einer Gruppe weitsichtiger Männer um den Ingenieur Kurt Becker, den örtlichen Kassenverwalter Sebastian Daimer und den Rechtsanwalt Dr. Karl Schnell vorbehalten, die Pläne für den Bau einer Bahn auf den Wallberg wieder aufzugreifen und am 10. Juni 1950 unter der Führung der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank eine Wallbergbahn Aktiengesellschaft zu gründen, die nur wenige Tage später mit dem Bau der Bahn begann."

In luftiger Höhe wird an der Wallbergbahn gebaut, in nur neun Monaten ist sie damals fertiggestellt.
In luftiger Höhe wird an der Wallbergbahn gebaut, in nur neun Monaten ist sie damals fertiggestellt. © Wallbergbahn

Innerhalb von nur neun Monaten gelang die Konstruktion. Die gewählte Trasse "führte über eine Länge von 2130 Metern an der westlichen Seite des Brunnentalgrabens auf das 1624 Meter hoch gelegene Plateau zwischen dem Wallbergkircherl und dem eigentlichen Gipfelanstieg", heißt es weiter.

Gewählt wurde "eine Zwei-Seil-Umlaufkabinenbahn". Mit 42 Kleinkabinen, in denen jeweils vier Personen Platz hatten.

Seit 1951 gibt es beim Tegernsee die Wallbergbahn. Heutzutage fahren damit rund 200.000 Gäste pro Jahr.
Seit 1951 gibt es beim Tegernsee die Wallbergbahn. Heutzutage fahren damit rund 200.000 Gäste pro Jahr. © Wallbergbahn

Der Startschuss: am 20. April 1951. Nur wenige Wochen später sei neben der Bergstation schon ein Gasthaus errichtet worden. 1953 folgte daneben ein Hotel mit elf Zimmern. In den 60er Jahren ergänzte das Gastro-Angebot das Café Alpenwildpark an der Talstation.

Seit 1951 über 15 Millionen Gäste

Aber freilich wurde seither auch einiges verändert: "So wurden 1995 die zu diesem Zeitpunkt 44 alten Kabinen durch 50 neue ersetzt." Und: 1998 kam das Panoramarestaurant an der Bergstation hinzu.

Heute kann die Kabinenbahn 550 Personen pro Stunde befördern, rund 15 Minuten dauert die Fahrt. Nach eigenen Angaben hat die Wallbergbahn seit 1951 bereits über 15 Millionen Gäste begrüßt.

Ein Ausblick auf den Mai: Wie die Wallbergbahn ankündigt, will man in dem Monat pro Berg- und Talfahrt 75 Cent an bis zu vier gemeinnützige Organisationen aus dem Tegernseer Tal spenden.

Aktuell hat die Wallbergbahn täglich von 8.45 bis 17 Uhr geöffnet.

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