Polizistin (30) erschießt sich mit ihrer Dienstwaffe

Nach Unfall mit schweren Kopfverletzungen war es ihr erster Arbeitstag. Warum sich die junge Frau erschoss bleibt unklar. Wahrscheinlich ist, dass die Gründe für die tragische Kurzschlussreaktion „ausschließlich im privaten Bereich liegen“.
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Berny Meyer Illustration

Nach Unfall mit schweren Kopfverletzungen war es ihr erster Arbeitstag. Warum sich die junge Frau erschoss bleibt unklar. Wahrscheinlich ist, dass die Gründe für die tragische Kurzschlussreaktion „ausschließlich im privaten Bereich liegen“.

SCHWABACH Sie hatte ihr ganzes Leben noch vor sich. Aber irgendetwas muss schrecklich schief gelaufen sein: Gestern erschoss sich im Keller der Schwabacher Polizeiwache eine junge Polizeihauptmeisterin in ihrer Mittagspause mit der eigenen Dienstwaffe.

Die Kollegen hatten den Knall der Walther PK wohl noch gehört, aber als sie in den Sanitärraum im Keller kamen, war es schon zu spät. Mit einem einzigen Schuss in den Kopf hatte die 30-Jährige ihrem jungen Leben ein Ende gesetzt – an ihrem ersten Arbeitstag! Denn erst gestern hatte die unverheiratete Beamtin aus dem Landkreis Roth nach langer Krankheit wieder ihren Dienst bei der Schwabacher Polizei angetreten.

Komplizierte Knochenbrüche und vor allem die gefährlichen Kopfverletzungen, die sie bei einem schweren Verkehrsunfall vor einigen Monaten erlitten hatte, zwangen sie zu der längeren Dienstpause.

Was die junge Frau aber letztlich zu der Verzweiflungstat trieb, ist noch unklar. Vielleicht fühlte sie sich gestern einfach überfordert, vielleicht merkte sie, dass sie den hohen Ansprüchen des Polizeidienstes nach der langen Auszeit nicht mehr gewachsen war? Sicher ist bislang nur, dass die Gründe für die tragische Kurzschlussreaktion „ausschließlich im privaten Bereich liegen“ sollen, wie die Polizei gestern erklärte.

Ein Selbstmordmotiv wie bei der Münchner Kommissarin Sylvia Braun, die im Jahr 2002 das gemeine Mobbing ihrer Kollegen in den Tod trieb, kann ausgeschlossen werden. Das belege der Inhalt des handschriftlichen Abschiedsbriefs, der bei der Toten gefunden wurde und die morgen der Gerichtsmedizin der Uniklinik in Erlangen obduziert werden soll.

Für ihre Kollegen von der Schwabacher Dienststelle ist der Selbstmord jedenfalls ein echter Schock. Genauso wie für ihre Lebensgefährtin, mit der die junge Frau auch zusammenwohnte und die sich während der langen Genesungszeit aufopferungsvoll um ihre kranke Freundin gekümmert hatte.

Helmut Reister/Krischan Kaufmann

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