Polizeibesuch: Doch nicht wegen Mollath-Tweet?

War es eine Nachricht bei Twitter – oder doch eine längere Geschichte? Laut Justizministerium soll der Besuch bei Ursula Gresser nichts mit ihrem Engagement für die Freilassung von Gustl Mollath zu tun haben. 
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Gustl Mollath spricht am 18.04.2013 vor seiner Anhörung im Landgericht Bayreuth mit Medienvertretern. Seit 2006 wird er gegen seinen Willen in einer psychiatrischen Klinik behandelt.
dpa Gustl Mollath spricht am 18.04.2013 vor seiner Anhörung im Landgericht Bayreuth mit Medienvertretern. Seit 2006 wird er gegen seinen Willen in einer psychiatrischen Klinik behandelt.

War es eine Nachricht bei Twitter – oder doch eine längere Geschichte? Laut Justizministerium soll der Besuch bei Ursula Gresser nichts mit ihrem Engagement für die Freilassung von Gustl Mollath zu tun haben. 

München - Ursula Gresser ist Ärztin, Professorin und CSU-Mitglied – und hat wohl wegen ihrer Nachrichten im Netzwerk Twitter Besuch von der Polizei bekommen. Doch welche ihrer Tweets genau die Polizei auf den Plan riefen, ist noch unklar.

Gresser macht sich im Fall Mollath für den in der Psychiatrie sitzenden Mann stark und wies in einem Tweet auf eine Veranstaltung mit Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) am Montag hin: „Wann Mollath freikommt? Diese Frage könnte man Frau Merk am Mo. 10.06.13 um 19 Uhr im Landgasthof Hofolding stellen“, heißt in dem mittlerweile gelöschten Beitrag.

Wenig später bekommt Gresser Besuch von der Polizei. Der Ärztin zufolge erklärten ihr die Polizisten, es gebe Bedenken wegen der Sicherheit der Veranstaltung; Grund sei ihr Tweet zum Fall Mollath. „Das war wie der Besuch von Marsmännchen. Da war ich platt.“ Zuvor hatte der Journalist und Blogger Richard Gutjahr den Fall in seinem Blog dokumentiert.

Nach Angaben des Justizministeriums war der Grund für den Polizeibesuch allerdings ein anderer. Bereits am 23. Mai habe ein Anwalt dem Ministerium geschrieben, Gresser plane möglicherweise, die Veranstaltung „zu stören und zum Podium für ein ganz anderes Thema“, nämlich einen hoch emotionalen Familienstreit zu machen. „Zum Beleg waren dem Schreiben entsprechende Twitter-Meldungen beigefügt“, heißt es in der Mitteilung. Dieser Brief sei routinemäßig an das für die Sicherheit der Ministerin zuständige Landeskriminalamt weitergegeben worden.

Gresser sagte, sie führe einen juristischen Streit mit ihrem Ex-Mann. Den habe sie aber sicher nicht auf der Veranstaltung thematisieren wollen. Welche Tweets konkret die Polizei auf den Plan riefen, ist unklar.

Klar ist: Die Sorge um die Sicherheit der Veranstaltung „Facebook & Co. – sicher surfen in sozialen Netzwerken, mit Staatsministerin Dr. Beate Merk“ erwies sich als unbegründet. Wie Gresser und das Ministerium berichten, lief die Veranstaltung störungsfrei. Am Ende gab Gresser ihrer Parteifreundin Merk die Hand.

Lesen Sie hier: Mollath am Dienstag im Landtag als Zeuge

 

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