Pavian-Nachwuchs in Nürnberg - Tötung weiter eine Option

Die Tötung einiger Paviane im Nürnberger Tiergarten hat im vergangenen Jahr immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Auch die Justiz ist seither eingebunden. Nun meldet der Zoo Nachwuchs.
dpa |
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Der Tiergarten hatte aus Platzmangel im Juli zwölf gesunde Paviane getötet. Aus Sicht von Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen verstößt das gegen das Tierschutzgesetz. (Archivbild)
Der Tiergarten hatte aus Platzmangel im Juli zwölf gesunde Paviane getötet. Aus Sicht von Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen verstößt das gegen das Tierschutzgesetz. (Archivbild) © Daniel Karmann/dpa
Nürnberg

Wenige Monate nach der Tötung gesunder Paviane des Nürnberger Tiergartens gibt es Nachwuchs bei den Tieren. "Das Jungtier, das momentan zu sehen ist, kam am 30. November zur Welt", teilte der Tiergarten mit. Zuvor hatten die "Nürnberger Nachrichten" darüber berichtet. 

In den vergangenen 30 Jahren habe der Bestand der Guinea-Paviane in der Wildbahn wahrscheinlich bereits um 20 Prozent abgenommen, so der Tiergarten. "Daher möchten wir auf jeden Fall an der Haltung und auch der Zucht der Art festhalten." Es sei aus genetischen und gesundheitlichen Gründen wichtig, dass sich die Tiere vermehrten. Ebenso sei Fortpflanzung bedeutend für das Sozialleben der Tiere. Ziel sei eine sozial funktionierende, gesunde, vielfältige und fortpflanzungsfähige Gruppe. "Deshalb und wegen negativer Erfahrungen mit Verhütungsmitteln wird seit 2018 die Fortpflanzung nicht mehr unterbunden."

Anzeigen nach Tötungen

Der Tiergarten hatte im vergangenen Juli zwölf Paviane aus Platzmangel getötet, nachdem er jahrelang vergeblich nach einem neuen Zuhause für die Tiere gesucht hatte. Tierschützer halten diese Praxis, die auch in anderen Zoos bereits zur Anwendung kam, für rechtswidrig und erstatteten Strafanzeige.

In den sozialen Medien hatte es zahlreiche Hasskommentare gegeben, darunter auch Morddrohungen gegen Tiergartendirektor Dag Encke, seinen Stellvertreter und Beschäftigte des Tiergartens allgemein. Seither ermittelt die Polizei.

Tötung bleibt eine Option

"Die Gruppe setzt sich aktuell in einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis aus älteren, erfahrenen Tieren, jüngeren, geschlechtsreifen Tieren und Jungtieren zusammen", betonte der Tiergarten nun. "Grundsätzlich versuchen wir immer, überzählige Tiere in geeignete Haltungen abzugeben." Wenn dies nicht gelänge, bleibe die Tötung einzelner Individuen eine Option. Zunächst werde aber die rechtliche Bewertung der Strafanzeigen abgewartet, bevor neue Entscheidungen gefällt würden.

Bei der Nürnberger Staatsanwaltschaft waren nach der Tötung im Sommer rund 350 Strafanzeigen gegen den Tiergarten wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingegangen. Die Behörde prüft seither, ob nach Paragraf 17 ein vernünftiger Grund für die Tötung der Tiere vorlag.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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