Paul Breitner: "Mein Körper - mein Kapital"

Seine Frau hat den Darmkrebs besiegt. Jetzt setzt sich Fußball-Legende Paul Breitner (63) für die Vorsorge ein.
| Anna Munkler
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Voller Einsatz für die Vorsorge: Fußball-Legende Paul Breitner mit Leo und Max aus Siegsdorf.
BSKOM Voller Einsatz für die Vorsorge: Fußball-Legende Paul Breitner mit Leo und Max aus Siegsdorf.

Seine Frau hat den Darmkrebs besiegt. Jetzt setzt sich Fußball-Legende Paul Breitner (63) für die Vorsorge ein.

Er ist der Stargast beim Patiententag des zweiten Traunsteiner Krebskongresses am Onkologischen Zentrum: Paul Breitner. Seine Frau Hildegard hat den Darmkrebs besiegt, der Fußballstar und Weltmeister von 1974 selbst macht längst regelmäßige Checks und Vorsorgeuntersuchungen: „Ich habe sehr früh in meiner Karriere begonnen, mich mit meinem Kapital, meinem Körper zu beschäftigen.“

Weil das auch andere Menschen tun sollten, engagiert er sich gemeinsam mit seiner Frau in der Felix-Burda-Stiftung, die die Möglichkeiten der Darmkrebsvorsorge bekannter machen will.

Die Krankheit: Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. 258 000 Männer und 228 000 Frauen erhalten jedes Jahr die schockierende Diagnose. 224 000 Menschen sterben jährlich an einer bösartigen Tumorerkrankung. Frauen erkranken am häufigsten an Brust-, Darm- und Lungenkrebs, Männer an Prostata-, Lungen-, und Darmkrebs.

Das Risiko: Besonders hoch ist das Krebsrisiko bei älteren Menschen: Sie erkranken mit 200 bis 300 mal so hoher Warscheinlichkeit wie Kinder. Von 2000 bis 2010 stieg die Zahl der Krebsneuerkrankungen um 21 Prozent bei den Männern und 14 Prozent bei den Frauen. Grund dafür ist Experten zufolge, dass es immer mehr ältere Menschen gibt. Frauen erkranken am häufigsten im Alter von 67 Jahren, Männer mit 69. Neben dem Alter sind die Gene, das Rauchen, zu wenig Bewegung, ungesunde Ernährung und zu viel UV-Strahlung in der Sonne oder im Solarium Risikofaktoren, die eine Krebserkrankung begünstigen, so die Deutsche Krebshilfe.

Die Heilungschancen: Krebs muss nicht tödlich sein: Je früher die Erkrankung entdeckt wird, umso eher kann sie geheilt werden. Deshalb gibt es verschiedene Vorsorge-Untersuchungen (siehe Grafik). Besonders gut stehen die Heilungschancen bei Kindern mit Leukämie und jungen Männern mit Hodenkrebs. Eine frühzeitige Erkennung erhöht die Heilungschance aber auch bei älteren Menschen. In Deutschland leben zwischen 80 und 90 Prozent aller Prostata-, Haut- und Brustkrebspatienten nach der Diagnose fünf Jahre oder länger. Experten führen die im europäischen Vergleich hohe Rate unter anderem auf erfolgreiche Früherkennung zurück. Auch bei Gebärmutterhals- und Darmkrebs erhöhen Vorsorgeuntersuchungen die Wahrscheinlichkeit auf Heilung. Schilddrüsen- und Speiseröhrenkrebs können ebenfalls immer häufiger geheilt werden. Wenig Hoffnung auf Heilung haben dagegen nach wie vor Patienten, die unter Lungen- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs leiden. Diese Krebsarten gelten als die gefährlichsten.

Die Angst: Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage haben die Deutschen mehr Angst vor Krebs als vor allen anderen Krankheiten: 69 Prozent haben Angst, Krebs zu bekommen, von den 30- bis 44-Jährigen fürchten sich sogar 77 Prozent vor der Tumor-Erkrankung. Erst mit einigem Abstand folgt die Furcht vor Alzheimer oder Demenz und schweren Unfällen.

Breitners Botschaft: Trotz der großen Angst und der Heilungschancen bei früher Diagnose gehen nur 45 Prozent der Männer und 69 Prozent der Frauen zur Vorsorge. Paul Breitner macht das wütend: „Besonders wir Männer sind der Inbegriff von Blödheit und Feigheit, wenn es um das Thema Gesundheit geht.“ Er appelliert an alle Menschen: „Seid’s nicht blöd und feig – geht’s zur Vorsorge.“

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren