Passauer Missbrauchsstudie ist fertig

Die katholische Kirche arbeitet ihre Vergangenheit auf - und die ist mit Blick auf sexuellen Missbrauch und Gewalt oft dunkel. Nun ist auch die Studie für das Bistum Passau vollendet.
von  dpa
Bischof Stefan Oster will die Studie nun in Ruhe lesen. (Archivfoto)
Bischof Stefan Oster will die Studie nun in Ruhe lesen. (Archivfoto) © Armin Weigel/dpa

Die Studie zu sexuellem Missbrauch im Bistum Passau ist fertig. Sie wurde sowohl der unabhängigen Aufarbeitungskommission und dem unabhängigen Betroffenenbeirat als auch Bischof Ste­fan Oster übermittelt, wie das Bistum auf seiner Internetseite mitteilte. 

Am 8. Dezem­ber werde die Untersuchung mit dem Titel "Sexueller Missbrauch und körperliche Gewalt. Übergriffe auf Minderjährige durch katholische Geistliche im Bistum Passau 1945 bis 2022" auf der Web­site der Uni­ver­si­tät Pas­sau in vol­lem Umfang der Öffent­lich­keit zugäng­lich gemacht. Zuerst hatten Medien darüber berichtet.

"Auch im Bis­tum Pas­sau gibt es zahl­rei­che Men­schen, die etwas ver­eint, das nach dem Selbst­ver­ständ­nis und den Grund­wer­ten der katho­li­schen Kir­che nie­mals hät­te gesche­hen dür­fen: Sie wur­den als Kin­der oder Jugend­li­che von Pries­tern sexu­ell miss­braucht oder kör­per­lich miss­han­delt", wird nach dreijähriger Arbeit der Leiter des Forschungsteams von der Universität Passau, Marc von Knorring, auf der Website des Bistums zitiert. "Vie­le von ihnen lei­den ihr Leben lang unter die­sen Erfah­run­gen und deren Fol­gen."

Bischof Oster ergänzte: "Mein ers­ter Gedan­ke gilt in die­sem Moment den Betrof­fe­nen. Wir wis­sen von vie­len von ihnen, wie zer­stö­re­risch sich Miss­brauchs­er­fah­run­gen auf ein gan­zes Leben aus­wir­ken kön­nen." Er werde die Untersuchung in den kommenden Tagen intensiv lesen. "Die Stu­die ist ein wich­ti­ger und not­wen­di­ger, gleich­zei­tig auch schmerz­haf­ter Schritt auf dem Weg der Auf­ar­bei­tung und der Wahr­heits­fin­dung."

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