Opferanwalt fordert harte Bestrafung von Logopäden

Würzburg (dpa/lby) - Vor dem Prozess wegen schweren sexuellen Missbrauchs von sieben kleinen Buben hat der Anwalt von zwei Opferfamilien eine harte Bestrafung für den beschuldigten Logopäden gefordert. Man wolle, dass der Angeklagte nie wieder herauskomme, sagte Bernhard Löwenberg am Donnerstag in Würzburg.
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Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild
dpa Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild

Würzburg (dpa/lby) - Vor dem Prozess wegen schweren sexuellen Missbrauchs von sieben kleinen Buben hat der Anwalt von zwei Opferfamilien eine harte Bestrafung für den beschuldigten Logopäden gefordert. Man wolle, dass der Angeklagte nie wieder herauskomme, sagte Bernhard Löwenberg am Donnerstag in Würzburg. "Unsere Mandanten sind seit Monaten beeinträchtig in ihrem Alltag", sagte er weiter, sie wollten Gerechtigkeit. Der Prozessbeginn vor dem Landgericht verzögerte sich zunächst, weil das Gericht über eine Stellungnahme eines Berufsrichters entscheiden wollte.

Der 38-jährige Angeklagte soll sich in seinen Praxen und bei Therapiestunden in zwei Kindergärten in 66 Fällen massiv an den Kindern vergangen haben. Die mutmaßlichen Opfer sind körperlich und/oder geistig behindert, können gar nicht oder nur wenig sprechen. Manche von ihnen waren laut Staatsanwaltschaft erst zwei Jahre alt, als sich der Angeklagte an ihnen vergriff. Der Deutsche hat die Taten den Ermittlern zufolge weitgehend eingeräumt.

Für den Prozess vor der Großen Jugendkammer am Landgericht Würzburg sind elf Verhandlungstage bis Ende April geplant. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft - festgehalten in 54 Seiten Anklageschrift - fotografierte und filmte der Verdächtige die Übergriffe und stellte sie in einschlägige Foren im sogenannten Darknet. Dort können sich Internetnutzer fast anonym bewegen.

Bei einer Durchsuchung in der Wohnung des Angeklagten stellten Polizisten knapp 23 000 Dateien mit kinderpornografischen Inhalten sicher. Seither konnten weitere 42 Verdächtige im In- und Ausland ermittelt werden.

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