Plötzlich wollen viele Österreicher in Bayern auf die Piste: Das ist der Grund
Unten am Skilift staut es sich. 30, 40 Meter Schlange, Skischulen im Pulk, Familien mit Kindern, am Parkplatz auffällig viele Kennzeichen aus Salzburg und dem Salzburger Land.
Während in manchen Nachbargebieten der Betrieb wetterbedingt wackelt, wird am Götschen in Bischofswiesen wieder das alte Wintersport-Gefühl sichtbar. Nur dieses Mal mit einem neuen Treiber: den Preisen jenseits der Grenze.
„Uns war eigentlich klar, dass mehr Leute zu uns kommen, wenn am Roßfeld wenig oder gar nichts geht“, sagt Bernhard Heitauer junior, Betreiber der Götschen-Skilifte. „Und man merkt es gerade deutlich: Vor allem kommen richtig viele Leute aus Österreich.“
So viel Preisunterschied ist wirklich zwischen Bayern und Österreich
Die Kosten für Tageskarten seien dort „in den letzten Jahren enorm gestiegen“. „In Österreich bezahlt man für einen Skitag inzwischen schnell deutlich über 70 Euro pro Person.“ Am Götschen habe man hingegen nicht erhöht. Eine Familientageskarte (zwei Erwachsene, ein Kind) kostet 60 Euro.

Dass der Götschen gerade so stark im Fokus steht, hat auch damit zu tun, dass in der Region ein Aushängeschild weggefallen ist. Am Jenner in Schönau am Königssee wurde der alpine Skibetrieb beendet und durch alternative Winterangebote ersetzt. Gleichzeitig ist mit dem Kollerlift nach mehr als fünf Jahrzehnten ein klassischer Anfängerhang verschwunden, viele Skikurse orientieren sich neu.
"Deshalb haben wir teils lange Schlangen": Tipps fürs Ticket
Am Götschen selbst läuft der Betrieb derzeit nicht in voller Breite. Die Sesselbahn ist wegen Schneemangels weiter oben noch geschlossen, der Skibetrieb konzentriert sich auf die unteren Bereiche. Genau das verstärkt den Andrang an der Talstation. „Deshalb haben wir teils lange Schlangen.“
Unzufriedenheit gebe es trotzdem kaum. „Die Leute sind einfach froh, dass sie überhaupt Skifahren können.“ Heitauers Tipp: Zeitkarten seien „im Moment eher ungünstig“. Wer in der Schlange stehe, verliere bezahlte Zeit. „Mit einer Punktekarte ist es entspannter, weil die Wartezeit nicht so ins Gewicht fällt.“

Seit November wird beschneit
Über die Schnee-Situation sagt er: „Wir haben im November mit dem Beschneien begonnen. Aber wir konnten die Kältephasen nicht immer so nutzen, wie wir es gebraucht hätten. Unser Teich war zeitweise leer.“
Heitauer erklärt das mit der Wasser-Abhängigkeit von der Quellschüttung der Schwarzeckerquelle. Wenn im Sommer weniger Niederschlag fällt, komme im Winter weniger Wasser an. Genau deshalb wäre ein größerer Beschneiungsteich so wichtig, unterstreicht er.
Umstrittenes Projekt: Warten auf Verhandlungstermin
Der Ausbau des Speicherteichs ist seit Langem eines der umstrittenen Projekte am Götschen, das vom Bund Naturschutz kritisiert wird. Heitauer sagt, man warte nun auf einen Verhandlungstermin vor dem Verwaltungsgericht. „Wenn das Projekt genehmigt wird, will die Gemeinde sofort loslegen und es umsetzen.“
Sein pragmatisches Fazit: Besuchertechnisch sei man „sehr zufrieden“. Schnee könnte es „aber gerne mehr“ sein. Am Götschen gilt eine einfache Gleichung: „Wenn der Parkplatz voll ist, ist auch der Lift voll.“
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