Öffentlichkeit in Mordprozess ausgeschlossen

München (dpa/lby) - Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat im Münchner Landgericht I am Dienstag der Prozess wegen Mordes und mehrfachen Mordversuchs gegen einen 21-Jährigen begonnen. Er soll im Sommer 2018 die 25 Jahre alte Schwester seiner Ex-Freundin in der Münchner Wohnung der Familie mit zahlreichen Messerstichen getötet haben, hieß es bei der Verlesung der Anklage.
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Das Gebäude für das Amtsgericht, das Landgericht I und II, das Oberlandesgericht und die Anwaltschaft. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild
dpa Das Gebäude für das Amtsgericht, das Landgericht I und II, das Oberlandesgericht und die Anwaltschaft. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild

München (dpa/lby) - Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat im Münchner Landgericht I am Dienstag der Prozess wegen Mordes und mehrfachen Mordversuchs gegen einen 21-Jährigen begonnen. Er soll im Sommer 2018 die 25 Jahre alte Schwester seiner Ex-Freundin in der Münchner Wohnung der Familie mit zahlreichen Messerstichen getötet haben, hieß es bei der Verlesung der Anklage. Auch die Mutter und den 15-jährigen Bruder habe er demnach angegriffen, beide überlebten schwer verletzt. Der Bruder habe ihm noch das Messer entwinden und einen Notruf absetzen zu können. Die Familie tritt als Nebenkläger in dem Prozess auf.

Nach der Verlesung der Anklageschrift wurde die Öffentlichkeit auf Antrag der Verteidigerin des jungen Mannes ausgeschlossen. Grund ist laut Gericht, dass einem vorläufigen psychiatrischen Gutachten zufolge auch eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus in Betracht komme. Er müsse sich daher vor Gericht auch über eine mögliche psychische Erkrankung äußern können, ohne dass die Öffentlichkeit davon erfahre. Der Ausschluss solle aber zunächst nur für die Schilderungen des Angeklagten gelten. Zeugenvernehmungen sollten öffentlich bleiben, hieß es.

Zu dem Angriff auf die Familie soll sich der Angeklagte entschlossen haben, als sich die Ex-Freundin von ihm trennen wollte. Zuvor soll er diese mehrfach geschlagen und zwei Mal vergewaltigt haben. Auch wegen dieser und zahlreicher anderer Taten ist er angeklagt. So soll er bereits früher versucht haben, einen Bekannten umzubringen, weil dieser seiner Ex-Partnerin von Bordellbesuchen des Angeklagten erzählt habe. Auch Tischnachbarn in einem Fastfood-Restaurant habe er gemeinsam mit einer Bekannten bedroht. Der Prozess soll am kommenden Montag fortgesetzt werden. Zunächst sind neun weitere Verhandlungstage bis Ende Januar geplant.

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