Oberammergauer Passion 2020 abgesagt: Auf 2022 verschoben

Nun also doch: Die berühmten Passionsspiele von Oberammergau entstanden aus der Pestepidemie vor 400 Jahren. Doch in diesem Jahr fallen sie einer anderen Epidemie zum Opfer.
| dpa
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Christian Stückl (3.v.r.), Spielleiter der Passionsspiele Oberammergau, in Aktion. Foto: Lino Mirgeler/dpa
dpa Christian Stückl (3.v.r.), Spielleiter der Passionsspiele Oberammergau, in Aktion. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Oberammergau (dpa/lby) - Die Oberammergauer Passionsspiele sind wegen der Ausbreitung des Coronavirus für dieses Jahr abgesagt worden. Sie sollen stattdessen 2022 stattfinden. Das teilten Vertreter des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen und der Spielleitung am Donnerstag in Oberammergau mit. Die Premiere war für den 16. Mai geplant, bis zum 4. Oktober wären zu mehr als 100 Vorstellungen rund 450 000 Besucher aus aller Welt erwartet worden.

Grundlage für die Absage ist ein Bescheid des Landratsamtes. Fast die Hälfte der gut 5000 Einwohner des Dorfes hätte mitgewirkt, um traditionsgemäß das jahrhundertealte Schauspiel vom Leiden, Sterben und der Auferstehung Jesus Christus zu zeigen. Rund 4500 Zuschauer fasst das Freilichttheater. Das hätte eine deutliche Infektionsgefahr bedeutet.

Schon vor gut einer Woche waren die Volksproben mit vielen Menschen auf der Bühne wie auch das Fotografieren für den zur Premiere geplanten Bildband ausgesetzt worden. Am Dienstag hatte Spielleiter Christian Stückl auch die Proben in kleinerer Besetzung unterbrochen. Die Verantwortlichen dachten bereits seit Tagen über ein Alternativszenario nach: eine Verschiebung der Premiere auf auf Juni oder Juli - oder auf ein anderes Jahr. Dazu kommt es nun.

Entstanden aus der Pestepidemie heraus bedeutet damit die Coronaepidemie das vorläufige Aus für die Passion. 1633 gelobten die Oberammergauer, alle zehn Jahre das Spiel vom Leiden, Sterben und der Auferstehung Jesus Christus aufzuführen, wenn niemand mehr an der Pest sterben sollte - was der Legende nach auch geschah.

Nicht zum ersten Mal in der fast 400-jährigen Geschichte wird die Passion verschoben - so auch vor genau hundert Jahren. 1920 wurde die Passion wegen der Folgen des Ersten Weltkriegs ausgesetzt und stattdessen 1922 aufgeführt. 1770 fand die Passion aufgrund eines Generalverbotes nicht statt, 1940 verhinderte der Zweite Weltkrieg eine Aufführung.

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