Wandern bei Hitze ist gefährlich: Darauf müssen Sie jetzt besonders achten

Der Alpenverein München und Oberland informiert, was bei der Planung an heißen Tagen wichtig ist – und nennt Tipps für Touren bei stabilem Wetter.
Anne Hund |
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Wichtig: genügend Essens- und Trinkpausen einlegen. An heißen Tagen wird eine Kopfbedeckung empfohlen.
Wichtig: genügend Essens- und Trinkpausen einlegen. An heißen Tagen wird eine Kopfbedeckung empfohlen. © DAV/Julian Rohn

Für viele gibt es kaum etwas Schöneres, als die freie Zeit im Sommer für eine Wanderung zu nutzen. Doch bei hochsommerlichen Temperaturen ist in den Bergen besondere Vorsicht geboten – eine Wandertour will nicht zuletzt mit Blick auf die Gewittergefahr gut geplant sein.

Denn aufgrund der Höhe kann es hier deutlich schneller als im Tal zu einem Wetterumschwung kommen. Deshalb sollte man zur Sicherheit die Regenjacke einpacken, regelmäßig den Himmel überprüfen und – sollte sich tatsächlich etwas Dunkles zusammenbrauen – Schutz in einer Hütte suchen oder das Unwetter "in der Hocke am Boden" abwarten, informiert der Alpenverein München und Oberland. Zudem sollte man sich nicht im Wald aufzuhalten.

Gefahren bei Hitze: Was Wanderer bei der Planung beachten sollten

"Das Wichtigste ist die Wetterplanung", so der Sprecher des Alpenvereins München und Oberland, Markus Block, zur AZ – damit solche heiklen Situationen möglichst gar nicht erst entstehen. Über das Bergwetter kann man sich auf der Webseite des DAV (alpenverein.de/bergwetter) frühzeitig informieren.

"Gerade bei heißem Wetter macht es Sinn, wenn man an einen Bach, eine Gumpe oder einen See kommt, um sich kurz zu erfrischen", sagt Markus Block mit Blick auf die weiter hochsommerlichen Temperaturen. Dafür reiche es schon, "bis zu den Knien in ein Gewässer hineinzugehen".

Aber aufgepasst: Manche Gewässer haben oft eine sehr niedrige Wassertemperatur, und es können unter der Oberfläche Strudel und enorme Strömungen herrschen, warnt er. Zudem sollte man sich vorher unbedingt über Schutzgebiete oder Sperrungen informieren. Denn Berggewässer sind sehr sensible Biotope für Tiere.

Auf regelmäßige Trinkpausen achten

Die Hitze sollten Wanderer auf keinen Fall unterschätzen. Im Ernstfall könnten ein Sonnenstich, ein Hitzschlag oder Erschöpfung drohen. Ganz wichtig: "Immer regelmäßig Trinkpausen machen",  sagt Markus Block.

Deshalb sollte man im Vorhinein überlegen, wann und wo man bei der Wanderung einkehrt, oder wo man gegebenenfalls seine Trinkflasche oder seinen Trinkrucksack auffüllen kann.

Im Sommer leichtes Essen im Gepäck haben

Die Frage, was man isst, sei im Hochsommer "ein wesentlich sensibleres Thema" als gewöhnlich, wie der Sprecher zudem ausführt. Für unterwegs sollte man vor allem leichte Speisen, sprich zum Beispiel wasserhaltiges Gemüse wie eine Gurke oder Obst, dabei haben, rät er.

Denn es geht auch darum, durch die Nahrung Flüssigkeit aufzunehmen. Riegel können zudem Energie geben. Weniger als Proviant geeignet seien bei hochsommerlichen Temperaturen hingegen „schwere Würstl“ oder „ein fetthaltiger Käse“, sagt der Experte.

An Wechselklamotten für die Wanderung denken

Woran bei diesen Temperaturen nicht jeder sofort denken mag: Wenn man verschwitzt am Gipfel ankommt und es windet, kann man sich schnell erkälten, wie der Sprecher weiter ausführt. Umso wichtiger sei es, Wechselklamotten bei der Wanderung dabei zu haben.

"Was die Tourenplanung angeht, wäre es ideal, über die Nordseite aufzusteigen", rät Markus Block zudem – dort gibt es in der Regel viele Wälder. Außerdem sollte man früh zu seiner Tour aufbrechen, um "die morgendliche Frische mitzunehmen". Da es im Sommer ohnehin länger hell bleibt, sollte man eine längere Pause einplanen – statt sich in der prallen Mittagssonne auf den Rückweg zu machen.

So sollte man bei der Planung etwa bedenken: "Die Hitze ist um 14 Uhr am größten." Eine Kopfbedeckung wie ein "Cap" oder Hut sei empfehlenswert, und eine Sonnenbrille. Man sollte in jedem Fall an ausreichend Sonnenschutz denken und bei Bedarf regelmäßig nachcremen.  

Abkühlung für zwischendurch gefragt: Tourentipps für heiße Tage

Der Alpenverein München und Oberland nennt besondere Touren in der Region, die man – bei stabilem Wetter – an einem heißen Sommertag verbunden mit einer Erfrischungspause oder Einkehr genießen kann. Hier einige dieser empfohlenen Wanderungen:

Einfache Tour mit anschließendem Bad im Schliersee


Der Weg zur Burgruine Hohenwaldeck ist eine kurze, familienfreundliche Tour. Von den Überresten der ehemaligen Veste aus dem 13. Jahrhundert aus hat man einen freien Blick über den Schliersee und die angrenzenden Berge. Nach der Sanierung ist die Ruine gut begehbar.

Vorfreude auf ein Bad im Schliersee.
Vorfreude auf ein Bad im Schliersee. © Markus Block/DAV München


An mehreren Stellen sind zudem neue Sitzbänke aufgestellt, auf denen man seine Brotzeit genießen kann. Der höchste Punkt liegt auf 1040 Metern. Nach der historischen Wanderung geht’s ins nah gelegene Strandbad Schliersee zum Schwimmen. Ausgangspunkt: Parkplatz beziehungsweise Haltestelle Schliersee Strandbad. Strecke: vier Kilometer. Dauer: etwa zwei Stunden. Aufstieg: 300 Höhenmeter.

Idyllische Wandertour am Wasser entlang

Bei Kiefersfelden liegt die Gießenbachklamm, "die sich leicht durchwandern lässt", so eine weitere Empfehlung. Am Startpunkt steht das größte noch aktive Wasserrad Bayerns. Der Weg zieht sich am Gießenbach entlang in Richtung Klamm, durch die man mit atemberaubenden Blicken hinab bergauf steigt.

Ausblick: Am Gießenbach entlang führt der Weg zu einer Klamm.
Ausblick: Am Gießenbach entlang führt der Weg zu einer Klamm. © Markus Block/DAV München

Nach der Klamm wird der Bach aufgestaut, im kleinen See kann herrlich gebadet werden, so der Tipp vom Alpenverein München und Oberland für heiße Tage bei stabilem Wetter.

Direkt daneben liegt die Schopperalm zum Einkehren.
Anschließend wird der Bach überquert und zum Trojer-Hof gewandert, der älteste Bergbauernhof Bayerns. Besonders sehenswert ist die kleine Kapelle neben dem Hof. Der höchste Punkt liegt auf 700 Metern. Ausgangspunkt: Parkplatz Gießenbachklamm. Strecke: 4,5 Kilometer. Dauer: etwa 2,5 Stunden. Aufstieg: 220 Höhenmeter.

Wanderung am Fluderbach mit Einkehr

Am Samerberg liegt das "Kleinod Duftbräu", so ein weiterer Tipp – es warten leckeres Essen und kühle Getränke nach der Tour auf den Heuberg auf die Wanderer. Bei der ersten Hälfte der empfohlenen Tour geht es am Fluderbach bergauf. "Ein idealer Bach, um auf dem Rückweg selbstgebaute Flöße schwimmen zu lassen", heißt es beim Alpenverein München und Oberland mit Blick auf Familien. Auf halber Strecke warten mit Deindlalm und Laglerhütte zwei Einkehrmöglichkeiten.

Floßbauen am Fluderbach: Zeit für eine kleine Pause.
Floßbauen am Fluderbach: Zeit für eine kleine Pause. © Markus Block/DAV München

Im Anschluss lohne sich "der Weiterweg auf den Heuberg" – allein die Weitblicke ins Inntal seien "allen Schweiß wert". "Trittsichere und vor allem schwindelfreie Bergsportler" könnten zudem noch "den gesicherten Steig auf die Wasserwand erklimmen". Der höchste Punkt liegt auf 1333 Metern. Ausgangspunkt: Parkplatz Duftbräu. Strecke: 7,4 Kilometer. Dauer: etwa 3,5 Stunden. Aufstieg: 550 Höhenmeter.

Beliebte Wanderung mit Erfrischungspausen

Bei dieser vom Alpenverein München und Oberland empfohlenen Wanderung handelt es sich um einen Klassiker, der zu einer schönen Halbtagestour ausgeweitet werden kann. Bereits "direkt am Parkplatz liegen erste Badestellen in der Weißach – bis zum Ziel in der kleinen Wolfsschlucht gehen die Bademöglichkeiten nicht aus". Ideal also für die ganz heißen Sommertage, wie es heißt. "Dabei ist beim Baden in den Gumpen natürlich ein wenig Vorsicht geboten", so DAV-Sprecher Markus Block.

Wanderung am Ufer des Gebirgsbaches: die Hofbauernweißach.
Wanderung am Ufer des Gebirgsbaches: die Hofbauernweißach. © Markus Block/DAV München


Einkehren können Wanderer bei der frisch sanierten Alm Siebenhütten auf halbem Weg. Hier gib es bayerische Schmankerl und erfrischende Getränke. Der höchste Punkt liegt auf 980 Metern. Ausgangspunkt: Parkplatz beziehungsweise Haltestelle Kreuth Siebenhütten. Strecke: 8,8 Kilometer. Dauer: etwa 3,5 Stunden. Aufstieg: 240 Höhenmeter. 

Weitere Informationen zu allen Touren gibt es auf alpenvereinaktiv.com

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