Noch kein Einsatz für Drohnenabwehr in Bayerns Gefängnissen

Früher wurden Handys und Drogen noch über die Gefängnismauer geworfen, inzwischen werden dafür auch Drohnen benutzt. Doch nicht nur die Kriminellen rüsten auf - die Behörden auch. Was hat das Drohnenabwehrsystem in Bayerns Gefängnissen bislang gebracht?
| AZ/dpa
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Georg Eisenreich (CSU), Staatsminister der Justiz, schießt mit einer Spezialwaffe eine Drohne ab.
Georg Eisenreich (CSU), Staatsminister der Justiz, schießt mit einer Spezialwaffe eine Drohne ab. © Peter Kneffel/dpa/Archivbild

München - Das neue Drohnenabwehrsystem an bayerischen Gefängnissen ist in diesem Jahr noch nicht zum Einsatz gekommen. Seit der Präsentation des rund 75.000 Euro teuren Systems Mitte Oktober wurde noch keine Drohne abgeschossen, wie das bayerische Justizministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte (Stand 16.12.2020).

"Seit der Veranstaltung im Oktober, bei der das mobile Drohnenabwehrsystem "Dropster" in der JVA München vorgeführt wurde, gab es nur einen Drohnenüberflug über einer bayerischen Justizvollzugsanstalt", hieß es aus dem Ministerium. Am 18. November 2020 überflog demnach eine Drohne die Justizvollzugsanstalt Straubing. "Die Drohne flog allerdings in großer Höhe und kam nicht in Reichweite" des Dropsters." Seitdem wurden nach Ministeriumsangaben keine Überflüge mehr gemeldet.

Seit 2015 ingesamt 57 Drohnen-Sichtungen

Bis zum Start des Pilotprojektes wurden seit 2015 auf dem Gelände oder in unmittelbarer Nähe von bayerischen Gefängnissen 57 Drohnen gesichtet, wie Justizminister Georg Eisenreich (CSU) bei der Vorstellung des Projektes sagte. Zweimal sei tatsächlich versucht worden, mit den Drohnen etwas in ein bayerisches Gefängnis zu schmuggeln: einmal ein Handy, einmal Drogen. Bislang habe es noch keinen Fall gegeben, bei dem erfolgreich etwas eingeschmuggelt worden sei, betonte der Minister damals.

Damit das so bleibt, hat Bayern sich im Oktober 15 Netzpistolen zugelegt, die nun in der Münchner JVA Stadelheim sowie in Amberg, Kaisheim, Landsberg am Lech, Nürnberg, Regensburg, Straubing und Würzburg im Rahmen eines Pilotprojektes getestet werden. Nach Ministeriumsangaben ist Bayern damit das erste deutsche Bundesland, das Drohnen über Gefängnissen systematisch abschießen will. Kostenpunkt: rund 5.000 Euro pro Ausrüstung, insgesamt also 75.000 Euro reine Materialkosten.

Bayern kann Drohnen künftig abschießen

Dazu kommen dann noch Schulungen für die Mitarbeiter, die Drohnen mit den Netzpistolen, die "Dropster" genannt werden, vom Himmel holen sollen. Mit Hilfe einer Gaspatrone wird ein 2,4 Meter mal 2,4 Meter großes Netz in die Höhe geschossen, das die Drohne einfangen und zum Absturz bringen soll. Damit sollen auch unerlaubte Bildaufnahmen verhindert werden.

"Im bayerischen Justizvollzug haben wir die Drohnenabwehr schon länger im Blick", sagte Eisenreich. "Mit dem neuen Abwehrsystem können wir Drohnen mit Hilfe eines Fangnetzes gezielt zum Absturz bringen. Mit diesem System machen wir unsere bayerischen Justizvollzugsanstalten noch sicherer."

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