Neugeborenen-Screening: Immun-Defekte im Blick

München (dpa/lby) - Neugeborene sollen in Bayern künftig auch auf schwere Immun-Defekte hin untersucht werden. Damit könnten Erkrankungen erkannt werden, noch bevor sich bei betroffenen Kinder entsprechende Symptome zeigten, erläuterte die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Samstag in einer Mitteilung.
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"Kreißsaal" steht auf der Tür in einem Krankenhaus. Foto: Jens Kalaene/ZB/Archiv
dpa "Kreißsaal" steht auf der Tür in einem Krankenhaus. Foto: Jens Kalaene/ZB/Archiv

München (dpa/lby) - Neugeborene sollen in Bayern künftig auch auf schwere Immun-Defekte hin untersucht werden. Damit könnten Erkrankungen erkannt werden, noch bevor sich bei betroffenen Kinder entsprechende Symptome zeigten, erläuterte die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Samstag in einer Mitteilung. Die Untersuchung auf schwere kombinierte Immundefekte (SCID) bei Säuglingen werde im Rahmen des schon länger bestehenden Neugeborenen-Screenings von August an angeboten, kündigte Huml an. Bisher werden Neugeborene bereits auf 14 angeborene seltene Stoffwechsel- und Hormonstörungen hin untersucht.

Nach Schätzungen von Fachleuten werden in Deutschland pro Jahr etwa 20 Kinder mit der Stoffwechselwechselkrankheit SCID geboren. Erkrankte Kinder litten bereits in den ersten Lebensmonaten an schweren Infektionen und würden ohne Behandlung häufig im ersten oder zweiten Lebensjahr sterben. An SCID erkrankte Kinder müssten daher mit strengen Hygienemaßnahmen vor Krankheitserregern geschützt und unter Umständen mit Antibiotika behandelt werden. Um zu ermöglichen, dass die Kinder eine nachhaltige Immunabwehr aufbauen, könnten sie auch eine Stammzelltransplantation erhalten.

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