Kommentar

Neues Hochschulgesetz: Ein Kulturbruch!

AZ-Kulturredakteur Adrian Prechtel über die geplante Hochschulreform in Bayern.
| Adrian Prechtel
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Die Sache ist typisch Söder: Make Bayern great! So soll das Bayerische Hochschulgesetz von 2006 nicht nur etwas novelliert, sondern gleich neu gefasst werden: mit einem "Hochschulinnovationsgesetz".

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Intern soll es dabei so abgelaufen sein: Minister Sibler bekam den Auftrag, Vorschläge zur Novellierung des Hochschulgesetzes zu machen und lieferte einen Vorschlag, den Söder so milde fand, dass er den Sohn des ehemaligen TU-Präsidenten, seinen Staatskanzleileiter Florian Herrmann mit Verschärfungen beauftragte: marktgerechter, schneller, exzellenter sollten Bayerns Unis werden!

Jetzt ist dieser Entwurf da – und ist furchtbar. Wo, wenn nicht an Hochschulen, kann frei gedacht und geforscht werden, zum Beispiel wenn es um Medikamente gegen seltene Krankheiten geht, deren teure Erforschung sich sonst nicht lohnt? Wo sollen die Auswirkungen zum Beispiel von Digitalisierung oder Corona-Krise zweckfrei diskutiert werden, wenn nicht in der Philosophie, Psychologie oder Soziologie? Und wer auch noch die Lehre für die Studenten schwächt, schwächt die gesamte akademische Zukunft.

Aber genau die braucht doch ein Land, das so stark auf Geistesressourcen angewiesen ist wie die Bundesrepublik und natürlich auch Bayern! Und dass Unipräsidenten kleine Sonnenkönige werden sollen, ist natürlich auch nach Söders (Strauß- und Kini-Fan) Geschmack!

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