Neuer Pächter für besonderes Restaurant am Tegernsee gesucht

Mahlzeit an der Mangfall: Das Restaurant Mangfallblau in Gmund am Tegernsee sticht allein schon durch den Standort heraus: am Fluss – und in einer Fabrik.
Die Büttenpapierfabrik Gmund GmbH & Co. KG, kurz Gmund Papier, von Florian Kohler, besteht an der Mangfallstraße schon seit 1829. Dort entstehen ganze Papier-Kollektionen, aber auch Grußkarten, Blöcke, Notizbücher und mehr. Im Jahr 2018 eröffnete die Gastronomie.
Nach eigenen Angaben ist es das erste Restaurant weltweit innerhalb einer Papierfabrik. "Die frei gelegten Deckenrohre und teils unverputzten Wände des ehemaligen Zellstofflagers geben dem Restaurant seinen unvergleichlichen Industrial Chic", schreiben die Verantwortlichen über das Lokal.

Genau diese Tegernsee-Gastronomie sucht aktuell einen neuen Pächter. Das bestätigt Sprecherin Andrea Wecke der AZ. Sie bezeichnet das Mangfallblau als "besonderen Ort, der alle Sinne berührt". Als sie dort vor einigen Jahren das erste Mal war, habe sie gedacht: "Das könnte so auch in Berlin oder New York sein."
Käfer Gut Kaltenbrunn hört am Standort auf
Die Käfer Gut Kaltenbrunn GmbH (rund fünf Autominuten entfernt) unter Geschäftsführer Moritz Hardieck hat das Fabrikrestaurant zwei Jahre betrieben und hört zum Jahresende auf. Eine Sprecherin teilt der AZ auf Nachfrage mit: "Der Grund für den Rückzug aus dem Mangfallblau ist, dass sich Gut Kaltenbrunn künftig vollständig auf das stetig wachsende Kerngeschäft mit dem Restaurant, dem Biergarten und den vielen Veranstaltungen in den verschiedenen Locations auf dem Gut konzentrieren möchte."
Im Mangfallblau wiederum hofft man, bestenfalls ab Januar mit einem neuen Pächter zu starten. Es gebe schon Interessenten und sie führten bereits Gespräche mit ihnen, so Wecke. Dennoch sind weiterhin Bewerber willkommen.

Aktuell hat das Fabrikrestaurant laut Homepage von montags bis freitags von 9.30 bis 16 Uhr geöffnet. Die Öffnungszeiten hängen mit der Produktion in der Papierfabrik zusammen. "Die Mitarbeiter aus der Produktion möchten morgens um halb zehn ihre Leberkäs- oder Schnitzelsemmel essen." Und damit ist auch gleich beantwortet, welche Gerichte auch in Zukunft unbedingt auf der Speisekarte stehen sollten.
"Abends könnte man alles machen" – mit einer Einschränkung
Aber sie wären auch sehr offen dafür, abends aufzusperren. "Tagsüber ist es das Fabrikrestaurant, abends könnte man alles machen: Fine Dining, Events, Motto-Abende und auch Lesungen", zählt Wecke beispielhaft auf. Sie könnte sich auch einen Familienbrunch am Wochenende vorstellen, Hochzeiten hatten sie ebenfalls schon.
Für die Mitarbeitenden gibt es aktuell eine spezielle Wochenkarte mit einem vergünstigten Gericht pro Tag. Zudem eine Standard-Karte für Gäste. "Das Mangfallblau ist keine Kantine, es ist ein cooler und kreativer Ort im Industrial Design."

Der Wunsch: "Es soll ein Ort der Begegnung werden mit verschiedenem Publikum: unsere Mitarbeitenden, unsere internationalen Kunden oder auch Interessierte, die eine Führung buchen." Genauso seien Ausflügler und Urlauber willkommen. "Die Leute sollen sagen: Ich fahre bewusst nach Gmund und gehe ins Mangfallblau."
Wertigkeit und Design haben Priorität
Dem inhabergeführten Familienunternehmen ist wichtig, dass der neue Pächter zu ihnen passt. "Wir stehen für Wertigkeit und Design." Wecke nennt auch die Eigenschaften: "ehrlich, authentisch, bodenständig". Man sollte zugleich einen Sinn für Ästhetik haben sowie Kreativität und Zuverlässigkeit mitbringen.

Auch wenn vieles möglich ist, schränkt Wecke an einer Stelle ein: "Er oder sie soll natürlich keinen Techno- oder House-Club draus machen." Oder auch Ballermann-Partys. "Das ist nicht Gmund Papier."
Führungen in der Fabrik
Theoretisch kann der Pächter sofort im Januar 2027 loslegen, das Mobiliar, Geschirr und mehr bleiben. Im Restaurant gebe es rund 100 Plätze, zudem gehört eine Außenterrasse dazu. Was auch künftig bleibt: der Name Mangfallblau.
Interessenten für das frei werdende Restaurant wenden sich an Andrea Wecke: mangfallblau@gmund.com