Neuer Gesundheitsminister: "Wichtig, dass wir Gas geben"

Klaus Holetschek wird mitten in der Corona-Krise neuer bayerischer Gesundheitsminister. In einem Zeitungsinterview hat er Einblick in seine Pläne gegeben. Und eine Politikwissenschaftlerin erklärt, warum Söder jetzt auf ihn setzt - und nicht mehr auf Huml.
| dpa
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Klaus Holetschek (CSU), Bayerns neuer Gesundheitsminister, spricht.
Klaus Holetschek (CSU), Bayerns neuer Gesundheitsminister, spricht. © Peter Kneffel/dpa/Archivbild
München

Bayerns neuer Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) verspricht mehr Tempo bei Corona-Impfungen. "Wir werden bald schneller vorankommen. Es ist wichtig, dass wir Gas geben. Denn die Impfbereitschaft ist da", sagte er dem "Münchner Merkur" (Donnerstagsausgabe). "Wir haben in Bayern ein gutes System mit 99 Impfzentren aufgebaut. Aktuell haben wir 86 000 Menschen geimpft. Natürlich könnten es mehr sein, wenn mehr Impfstoff da wäre."

An diesem Freitag sollen nach Angaben Holetscheks 107 000 weitere Impfdosen in Bayern eintreffen, danach soll es wöchentlich weitergehen. "Wir entwickeln gerade Übersichten für die Impfzentren, damit sie besser planen können. Sie müssen schließlich verlässlich wissen, wie viel Impfstoff sie haben, um Termine zu vereinbaren", sagte Holetschek der Zeitung.

Er wolle die Kommunikation mit der Bevölkerung verbessern - und denke über Impfbusse nach: "Alle Über-80-Jährigen werden angeschrieben und informiert, wie die Terminvergabe vor Ort abläuft", sagte er dem "Merkur". "Wir müssen das System ständig weiterentwickeln und kreative Lösungen dafür finden, wie wir die Menschen zu dem Impfstoff und den Impfstoff zu den Menschen bringen. Vorstellbar wären zum Beispiel Impfbusse, die rausfahren zu den Menschen."

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass Holetschek das Amt von Melanie Huml (CSU) übernehmen soll, die spätestens seit einer heftigen Panne bei Corona-Tests von Reiserückkehrern im Sommer in der Kritik stand. Sie wechselt als Europa-Ministerin in die Staatskanzlei.

Huml sei "in der Präsentation zu ruhig" gewesen, sagte die Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, Ursula Münch, dem Bayerischen Rundfunk. Man habe "zu wenig gemerkt, was sie eigentlich tut, was das Gesundheitsministerium tut". Außerdem seien auch nach dem Sommer weiterhin Pannen passiert: "Es ist in Bayern das knappe Mittel, das man verfügbar hatte, nicht ausreichend viel geimpft worden. Manches ist verfallen, weil man die falschen Transportmittelwege benutzt hat. Da ist schon einiges an Kritik zusammengekommen."

Ihr Nachfolger Holetschek "scheint eher der Macher zu sein", sagte Münch. Eine ähnliche Formulierung hatte auch Söder bei der Bekanntgabe der Personalie benutzt. Holetschek habe einen guten Kontakt zu den Kommunen, sagte Münch dem BR. "Er ist jemand, der anscheinend sehr gut organisieren kann" und der "schneller erkennt, wo gehandelt werden muss".

Holetschek selber, der seit dem Sommer Staatssekretär in Humls Ministerium war, nannte sein neues Amt im "Merkur" eine große Herausforderung: "Ich habe Respekt und Demut vor dieser Aufgabe."

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