Neuer Borna-Virus Fall im Landkreis Erding

Im Landkreis Erding gibt es einen neuen Borna-Virus-Fall. Infektionen mit dem Virus sind selten, aber lebensbedrohlich. Was die Behörden zu Übertragungswegen und Schutzmaßnahmen sagen.
dpa |
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Bei der Suche nach der Ursache der Infektion ist auch das Landesamt für Gesundheit im Boot. (Archivbild)
Bei der Suche nach der Ursache der Infektion ist auch das Landesamt für Gesundheit im Boot. (Archivbild) © Nicolas Armer/dpa
Tirschenreuth

In Bayern ist erneut ein Mensch mit dem seltenen Borna-Virus erkrankt. Die Infektion sei im Landkreis Erding nachgewiesen worden, teilte das Landratsamt mit. Zum Gesundheitszustand der Person äußerten sich die Behörde nicht. 

Die Infektionen mit der wahrscheinlich vordringlich von Feldspitzmäusen übertragenen Krankheit verlaufen in den meisten Fällen lebensbedrohlich. Jährlich werden weniger als zehn Fälle in ganz Deutschland gemeldet, ein Großteil davon aus Bayern.

Das Gesundheitsamt Erding stehe bei der Untersuchung zur Infektionsursache in engem Austausch mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Feldspitzmaus als Überträger 

Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) kommt in der Feldspitzmaus vor. Experten gehen davon aus, dass die Übertragung durch den Kontakt mit deren Ausscheidung erfolgt. Infizierte Tiere scheiden das Virus unter anderem über Kot, Urin, Speichel und die Haut aus, ohne selbst zu erkranken. 

Lebende oder tote Tiere sollten nicht mit bloßen Händen berührt werden. Beim Entsorgen einer toten Maus sollten Gummihandschuhe, Schutzbrille und Maske getragen werden. 

Oft waren Menschen von Infektionen betroffen, die an Ortsrändern leben. Verschiedene Tierarten wie Pferde, Schafe und Igel können ebenfalls erkranken.

Mehrere Todesfälle in Bayern

Im vergangenen Jahr gab es mehrere Todesfälle in Bayern. Im Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz starb im Herbst eine 57 Jahre alte Person. Wenige Monate zuvor waren zwei Menschen aus dem oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm an dem Borna-Virus gestorben. Für die Häufung von zwei Borna-Fällen in der Gegend gab es damals zunächst keine Erklärung.

Wenig Therapie-Möglichkeiten

Es gibt die Möglichkeit einer antiviralen sowie einer immunsupprimierenden Therapie. Letztlich ist es laut Experten die überschießende Immunreaktion, die die schweren und meist tödlichen Symptome auslöst. 

Der Erreger ist bei Tieren zwar seit langem bekannt. Erst seit 2018 wurde aber nachgewiesen, dass BoDV-1 auch auf den Menschen übertragbar ist und dabei meist tödliche Gehirnentzündungen verursacht. Die Krankheit ist seit 2020 meldepflichtig.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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